23. Mai 2026 / Aus der Welt

19-Jähriger stirbt bei nächtlichem Aufstieg zur Zugspitze

Zwei junge Männer wollen mitten in der Nacht auf den höchsten Berg Deutschlands steigen. Doch das Unterfangen endet in einer Katastrophe.

Diesen Anblick wollten die beiden 19-Jährigen nach ihrem nächtlichen Aufstieg genießen. (Archivbild)
Veröffentlicht am 23. Mai 2026 um 12:07 Uhr

Ein 19-Jähriger ist bei einem nächtlichen Aufstieg auf die Zugspitze ums Leben gekommen. Der junge Mann aus dem Kreis Paderborn in Ostwestfalen war mit einem gleichaltrigen Freund am Donnerstagabend von der Talstation in Ehrwald aufgebrochen, wie die Tiroler Landespolizeidirektion mitteilte. Auf halber Strecke zum Gipfel rutschte er gegen 3.00 Uhr in der Nacht bei der Querung eines Schneefeldes aus und stürzte rund 250 Meter über extrem steiles und felsdurchsetztes Gelände ab. Zuerst hatte «Bild» darüber berichtet.

«Die beiden beabsichtigten während des Aufstiegs den Sonnenuntergang sowie nach dem Erreichen des Gipfels den Sonnenaufgang zu beobachten», schilderte die Landespolizeidirektion. Allerdings waren sie offenbar nicht angemessen auf die winterlichen Bedingungen im Hochgebirge vorbereitet: «Sie waren lediglich mit Wanderschuhen, Stirnlampen und Grödeln ausgerüstet», hieß es weiter. 

Grödel werden über die Schuhe gezogen und funktionieren mit kleinen Stiften oder Haken unter den Sohlen ähnlich wie Schneeketten an einem Autoreifen. Allerdings geben sie bei Schnee und Eis im alpinen Gelände wesentlich weniger Halt als die üblicherweise von Bergsteigern genutzten Steigeisen. Bergsteiger führen auf entsprechenden Touren normalerweise auch einen Pickel mit sich, um einen etwaigen Sturz auf einem Schneefeld abzufangen. Ein Pickel ist eine Art «Gehstock» mit einer spitzen Haue.

Per Hubschrauber geborgen

Die Zugspitze ist mit knapp 3.000 Metern der höchste Berg Deutschlands. Die von den beiden jungen Männern gewählte Tour über den Klettersteig Stopselzieher gilt als kürzester und vergleichsweise leichter Anstieg und startet auf der österreichischen Seite. Er wird aktuell allerdings wie auch die anderen Anstiege nur sehr erfahrenen Alpinisten mit entsprechender Winterausrüstung empfohlen.

Der 19-Jährige zog sich bei seinem Absturz tödliche Verletzungen zu. Sein Begleiter setzte umgehend einen Notruf ab und wurde per Winde unverletzt von einem Hubschrauber aufgenommen. Der Abgestürzte wurde von einem anderen Hubschrauber geborgen.


Bildnachweis: © Peter Kneffel/dpa
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