19. Dezember 2025 / Aus der Welt

All-Ausflug zweier Deutscher nun für Samstag angesetzt

In weniger als einer Minute sollte es losgehen – doch dann wurde ein geplanter All-Ausflug von zwei Deutschen vorerst wieder abgesagt. Jetzt gibt es einen neuen Termin.

Michaela Benthaus will ins All starten. (Archivbild)
Veröffentlicht am 19. Dezember 2025 um 16:00 Uhr

Der ursprünglich für Donnerstag anvisierte Kurztrip von zwei Deutschen ins All ist nun für Samstag geplant. Um 15.00 Uhr MEZ solle es einen neuen Startversuch geben, teilte das Raumfahrt-Unternehmen Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos mit. 

Es wäre der erste All-Ausflug einer Bezos-Rakete mit zwei Deutschen an Bord - dem früheren Raumfahrt-Ingenieur Hans Königsmann sowie der im Rollstuhl sitzenden Michaela Benthaus, Ingenieurin bei der europäischen Raumfahrtbehörde Esa. Sie wäre der erste Mensch mit Querschnittslähmung im All. Außerdem sollen die US-Unternehmer Joey Hyde, Neal Milch, Adonis Pouroulis und Jason Stansell mit der Rakete «New Shepard» fliegen.

Der etwa zehnminütige und weitgehend automatisierte Ausflug soll die sechs Teilnehmer vom Westen des US-Bundesstaates Texas aus auf eine Höhe von rund 100 Kilometern führen, inklusive einer kurzen Phase der Schwerelosigkeit. 

Der erste Startversuch war am Donnerstag weniger als eine Minute vor dem geplanten Abheben der Rakete abgesagt worden. Es habe «ein Problem mit unseren eingebauten Überprüfungen vor dem Flug» gegeben, hieß es.

Auch Katy Perry und William Shatner waren mit Blue Origin im All

Blue Origin bietet die Kurztrips für Touristen seit einigen Jahren an. Rund ein Dutzend Starts gab es bisher. Etwa 80 zahlungskräftige Kunden waren den Angaben zufolge bisher an Bord, unter anderem die Musikerin Katy Perry und der Schauspieler William Shatner. Beim ersten Flug 2021 war Gründer Bezos selbst dabei. Zu den genauen Ticketpreisen äußert sich das Unternehmen nicht.

Die Flüge stehen vor allem wegen ihres geringen wissenschaftlichen Nutzens, der Wirkung auf Umwelt und Klima sowie des elitären Charakters in der Kritik. Es handle sich um unnötigen Weltraumtourismus für Superreiche, lautet der Vorwurf.


Bildnachweis: © Felix Hörhager/dpa
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