17. Februar 2026 / Aus der Welt

Assisi zeigt erstmals Gebeine des Heiligen Franziskus

Franz von Assisi liegt seit 800 Jahren in seiner Heimatstadt begraben. Bislang bekamen nur wenige seine sterblichen Überreste zu sehen. Jetzt haben sich schon mehr als 350.000 Besucher angemeldet.

Der Heilige Franz von Assisi ruht in der Basilika San Francesco. (Archivbild)
Veröffentlicht am 17. Februar 2026 um 06:23 Uhr

Nach fast acht Jahrhunderten werden die sterblichen Überreste des katholischen Heiligen Franz von Assisi erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen sein. Seine Heimatstadt, die 27.500-Einwohner-Gemeinde Assisi in Mittelitalien, erwartet dazu mehrere Hunderttausend Besucher. 

Die Ausstellung beginnt am Wochenende. Nach Angaben des Franziskanerordens haben sich bereits mehr als 350.000 Menschen angemeldet, um in der päpstlichen Basilika San Francesco die Reliquien zu sehen.

Franz von Assisi (1181/82-1226) gehört zu den bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche. Er war auch Namensgeber für den vergangenes Jahr verstorbenen Papst Franziskus. Der Sohn eines reichen Tuchhändlers aus Assisi sagte sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts mit Anfang 20 von seiner Familie los, verschrieb sich dem Glauben und führte ein Leben in absoluter Armut. Schon zwei Jahre nach dem Tod mit Mitte 40 wurde er für heilig erklärt.

Italien erklärt Todestag am 4. Oktober zum Feiertag 

Der Sarg mit seinem Leichnam wurde an einem versteckten Ort tief in die Erde eingelassen. Dort blieb er fast sechs Jahrhunderte lang. 1818 gab Papst Pius VII. den Franziskanern die Erlaubnis, das Grab freizulegen. Für den Sarkophag baute man in der Unterkirche der Basilika eigens eine neue Krypta. Seither wurden die Knochen mehrfach wissenschaftlich untersucht und auf Echtheit geprüft, zuletzt 2015. 

Die Ausstellung wird von der Kirche damit begründet, dass Gläubigen zum 800. Todestag ein «unmittelbares, sinnliches Erlebnis» ermöglicht werden solle. Die Ausstellung dauert bis zum 22. März. In Italien, als dessen Schutzpatron Franz von Assisi gilt, gehen die Feierlichkeiten auch danach weiter. Auch Papst Leo hat sich in Assisi angesagt. Der 4. Oktober, der mutmaßliche Todestag des Heiligen, wurde sogar zum gesetzlichen Feiertag erklärt.


Bildnachweis: © Alessandra Tarantino/AP/dpa
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