24. April 2026 / Aus der Welt

Aufstiegsroute am Mount Everest blockiert - Staus befürchtet

Die Saison steht vor dem Start, doch ein Eisblock blockiert die Route zum Everest-Gipfel. Nepals Behörden befürchten Bergsteiger-Staus auf einem besonders tödlichen Abschnitt.

Das kurze Zeitfenster für den Gipfelsturm zum Mount Everest öffnet sich bald, doch der Weg vom Basislager ist noch versperrt. (Archivbild)
Veröffentlicht am 24. April 2026 um 11:14 Uhr

Kurz vor Beginn der Aufstiegssaison am Mount Everest ist die Route zum Gipfel des höchsten Bergs der Welt immer noch blockiert. Die normalerweise längst geöffnete Strecke vom Basislager zu Lager 2 sei durch einen Serac - ein aufgetürmter Eisblock - im Khumbu-Eisbruch versperrt, teilte Nepals Tourismusministerium auf dpa-Anfrage mit. Spezialisten suchten derzeit nach einer sicheren Route, die nicht vom Serac-Einsturz in dem ohnehin besonders kritischen Gletschergebiet gefährdet sei, sagte der Ministeriumssprecher Himal Gautam. 

Normalerweise ist die Route zum Lager 2 ab Mitte April geöffnet, Bergsteiger können sich durch wiederholte Lagerwechsel vor den Gipfelversuchen akklimatisieren. Erste Gipfelbesteigungen gelingen üblicherweise Anfang Mai. 

Dass der Weg noch nicht eingerichtet ist, lässt die Sorge vor extremem Andrang und Staus auf der Strecke wachsen. Das Zeitfenster ist ohnehin klein: Die Everest-Klettersaison konzentriert sich auf wenige Tage bis Wochen im Mai, wenn die Wetterbedingungen am stabilsten sind und das allmähliche Abschmelzen des Khumbu-Gletschers die Bergsteiger noch nicht zur Umkehr zwingt. Das kurze Wetterfenster führte schon häufig zu Staus in dem wegen des extrem niedrigen Sauerstoffgehalts als Todeszone bezeichneten Gebiet. 

Nicht weniger Bergsteiger trotz gestiegener Gebühr 

Während heimische Organisationen für die Instandsetzung und Seilbefestigungen zwischen Basislager und Lager 2 zuständig sind, haben externe Expeditionsveranstalter mit Arbeiten an den oberen Abschnitten bis zum Gipfel mit Hilfe von Hubschraubern begonnen, um den Prozess zu beschleunigen, wie Gautam erklärte. Dem Sprecher zufolge haben bis Freitag 410 Bergsteiger eine Genehmigung für eine Everest-Besteigung in der laufenden Frühjahrssaison erhalten. Bis Mitte Mai werden weitere Anmeldungen erwartet. 

Die Behörden gehen davon aus, dass die Gesamtzahl der Bergsteiger trotz der Erhöhung der Genehmigungsgebühr von 11.000 auf 15.000 US-Dollar (12.800 Euro) auf dem Niveau der Vorjahre bleibt. Nepals Regierung habe in dieser Saison bereits Rekordeinnahmen aus den Genehmigungen erzielt, sagte Gautam. Das Himalaya-Land beherbergt 8 der 14 Achttausender der Welt, darunter den Everest, und ist damit ein globales Zentrum für Höhenbergsteigen.


Bildnachweis: © Pasang Rinzee Sherpa/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Geiselnahme in Berlin: Was wir wissen und was nicht
Aus der Welt

Ein Mann hält eine Frau in einem Supermarkt in Berlin fest. Es folgt ein stundenlanger Nervenkrieg - bis die Polizei den Mann überwältigt. Was bislang bekannt ist und welche Fragen noch offen sind.

weiterlesen...
Gewalttat an Gymnasium: Was wir wissen und was nicht
Aus der Welt

An einem Gymnasium in Oberbayern werden zwei Mädchen bei einer mutmaßlichen Amoktat schwer verletzt, ein Jugendlicher wird festgenommen. Was bislang bekannt ist und welche Fragen noch offen bleiben.

weiterlesen...
Dutzende Hotelgäste nach Pool-Vorfall in Spanien in Klinik
Aus der Welt

Giftige Gase im Hotelpool: Mehr als 60 Gäste, darunter Kinder und Senioren, landen nach dem Schwimmen in der Klinik. Wie konnte das passieren?

weiterlesen...

Neueste Artikel

Freier Fall in die Tiefe: Apnoetaucher will Rekord brechen
Aus der Welt

Der Apnoetaucher Minja Marinković will im Starnberger See einen neuen deutschen Rekord aufstellen. Wie fühlt es sich an, in völliger Dunkelheit und bei neun bar Druck 85 Meter tief zu tauchen?

weiterlesen...
GPS und KI: Wie viel Hightech braucht meine Mieze?
Aus der Welt

Kann KI erkennen, ob eine Katze Schmerzen hat? Smarte Technologie ist auch für Samtpfoten im Kommen. Doch ist das alles gut für die Vierbeiner? Das sagen Tierschützer und Veterinäre.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Freier Fall in die Tiefe: Apnoetaucher will Rekord brechen
Aus der Welt

Der Apnoetaucher Minja Marinković will im Starnberger See einen neuen deutschen Rekord aufstellen. Wie fühlt es sich an, in völliger Dunkelheit und bei neun bar Druck 85 Meter tief zu tauchen?

weiterlesen...
GPS und KI: Wie viel Hightech braucht meine Mieze?
Aus der Welt

Kann KI erkennen, ob eine Katze Schmerzen hat? Smarte Technologie ist auch für Samtpfoten im Kommen. Doch ist das alles gut für die Vierbeiner? Das sagen Tierschützer und Veterinäre.

weiterlesen...