19. Juni 2026 / Aus der Welt

Baby verschwindet aus Kinderwagen: Polizei findet Leiche

Ein Baby verschwindet spurlos, dann wird eine Leiche in der Nähe gefunden. Die Polizei hat einen Verdacht, wer der tote Säugling sein könnte.

Das Baby wurde seit Mitternacht vermisst.
Veröffentlicht am 19. Juni 2026 um 16:51 Uhr

Am Ende setzt ein Funkspruch an die Suchmannschaften der Hoffnung den letzten Schlag. Der Einsatz wird abgebrochen, ein Kind ist gefunden worden. 

Seit Stunden suchen die Polizisten da bereits in Renningen westlich von Stuttgart vergeblich nach einem vermissten Säugling. Bereits seit Mitternacht fehlt von dem drei Monate alten Jungen jede Spur. Dann die bittere Nachricht: Die Polizei hat die Leiche eines Babys entdeckt. «Dabei könnte es sich um den vermissten Jungen handeln», sagt ein Sprecher weiter.

Baby wurde stundenlang gesucht

Der drei Monate alte Junge war nach Angaben der Polizei kurz vor Mitternacht aus seinem Kinderwagen verschwunden. Konkrete Hinweise zum Verbleib des Kindes oder einen Verdacht hatte es danach lange nicht gegeben. 

Und nach wie vor hält sich die Polizei mit Details stark bedeckt: Unklar ist bislang unter anderem, wie der tote Säugling gefunden wurde. Auch wurde keine Auskunft gemacht zu den Umständen seines Todes. Das sei Gegenstand der Ermittlungen der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, sagt der Polizist. Die Leiche werde nun identifiziert, hieß es. 

Polizei: Kind lag zuletzt im Kinderwagen

Nach Angaben der Polizei lag das Kind zuletzt unbeaufsichtigt in dem Kinderwagen. Sie machte keine Angaben dazu, wo der Wagen gestanden haben soll, dieser fehle aber nicht. Die Vermisstenanzeige hätten die Eltern gestellt. Die Staatsanwaltschaft hält sich bislang ebenfalls deutlich zurück und formuliert keinen konkreten Verdacht. 

Bei der Suche nach dem Säugling setzte die Polizei neben 50 Beamten, 40 Suchhunden des Deutschen Roten Kreuzes, Hubschraubern und Drohnen mit Wärmebildkameras auch Leichenspürhunde ein. Kräfte von Rettungsdiensten wie dem DRK versammelten sich am Morgen zudem auf einem Parkplatz bei einem Lebensmittelmarkt, um zu unterstützen. Auch die Bereitschaftspolizei war mit im Einsatz.

Groß angelegte Suche 

Die Spannung am Parkplatz und auch bei der Suche der Polizisten ist deutlich zu spüren. Die Ermittler müssten sich vom Ort des Verschwindens vorarbeiten, sagt ein Polizeisprecher während der Suche nach dem Baby. «Unter Umständen ist das Sisyphusarbeit und im Nachgang vielleicht auch unnötig, aber man weiß es halt einfach jetzt nicht, und jetzt muss ja eine Entscheidung fallen.»

Denn in Renningen herrschten während der Suche Temperaturen von weit über 30 Grad. Es gehe jetzt vor allem um Zeit, sagt der Polizeisprecher, bevor die Leiche des Babys gefunden wurde. «Wenn es bei der Hitze irgendwo hilflos wäre, wäre es sehr schlecht.» Ein kleines Kind habe nicht viele körperliche Reserven. «Da muss man am Anfang so viel probieren, wie es geht.»

Stadt westlich von Stuttgart

Der Fall macht auch Renningens Bürgermeisterin Melanie Hettmer schwer zu schaffen. «Ich bin sprachlos und in großer Sorge. Ich hoffe, dass das Kind wohlbehalten gefunden wird», sagt sie. Die rund 18.000 Einwohner zählende Stadt sei mit der Polizei in engem Austausch. Renningen liegt westlich von Stuttgart und ist rund 25 Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt.


Bildnachweis: © Jason Tschepljakow/dpa
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