Hunderte weitere Mitarbeiter der Deutschen Bahn sollen mit Bodycams ausgestattet werden. Rund 2.700 Beschäftigte im Bahnhofsservice und in der Stationsbetreuung sollen schrittweise die Möglichkeit bekommen, freiwillig eine solche Kamera zu tragen, wie der Konzern mitteilte. Erste Geräte sind demnach bereits an den Hauptbahnhöfen Frankfurt am Main und Bielefeld im Einsatz. Vor der Nutzung sollen die Beschäftigten geschult werden. In den Zügen werden Bodycams bereits genutzt – sowohl im Regional- als auch im Fernverkehr. Das Personal in den Zügen kann sie freiwillig nutzen. Anfang Juli hatte die Deutsche Bahn mitgeteilt, dass sie ab sofort rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Fernverkehr mit Bodycams ausstatte: Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter sowie Beschäftigte in der Bordgastronomie und in den DB Lounges. Im Februar hatte ein Bahn-Sprecher gesagt, es gebe aktuell bundesweit rund 1.400 Bodycams für Zugbegleiter bei DB Regio. «Bodycams tragen dazu bei, dass sich Reisende und Mitarbeitende gleichermaßen sicher in den Zügen des Fernverkehrs fühlen», teilte die Bahn damals mit. «Sie haben eine präventive Wirkung und dienen der Abwehr und Reduktion von Gewalttaten sowie der Beweissicherung.» Bahnchefin Evelyn Palla hatte nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Regionalverkehr im Februar angekündigt, dass noch in diesem Jahr alle Beschäftigten mit Kundenkontakt mit einer solchen Kamera auf freiwilliger Basis ausgestattet werden sollen. Der Anlass für die Ausstattung mit den Videokameras ist die Zunahme der Übergriffe auf Bahn-Personal. So teilte die DB mit, dass im Regionalverkehr im ersten Halbjahr 989 Vorfälle registriert wurden. Dies sei eine Zunahme um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewesen. Unter den knapp 1.000 Übergriffen im ersten Halbjahr bei DB Regio waren demnach 781 Fälle einfacher Körperverletzung wie Schubsen, Greifen und Bespucken sowie 185 Fälle versuchter Körperverletzung gewesen. Von schweren Körperverletzungen waren 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Im Februar war ein Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle tödlich verletzt worden. An den Bahnhöfen wiederum wurden Mitarbeitende des Bahnhofsservices den Angaben der Bahn zufolge 50 Mal angegriffen. Die Bodycams tragen die Bahn-Beschäftigten an der Oberbekleidung. Kommt es zu einer gefährlichen Situation, können die Geräte per Knopfdruck eingeschaltet werden. Für mehr Sicherheit plant die Bahn auch einen Modellversuch, bei dem die kleinen Videokameras (Bodycams) auch Töne aufzeichnen. Tonaufzeichnungen unterliegen strengeren Datenschutzvorgaben als reine Videoaufzeichnungen, da das gesprochene Wort besonders schützenswert ist.
«Unsere Mitarbeitenden sollen besser geschützt sein: Dafür können sie jetzt auch auf eine Bodycam als Teil der persönlichen Schutzausrüstung zugreifen», teilte Katja Hüske, Vorständin Personenbahnhöfe DB InfraGO, mit. Die Bahn erhofft sich von den Kameras vor allem eine deeskalierende Wirkung in Konfliktsituationen. Bodycams bereits in den Zügen im Einsatz
Bahn: Übergriffe nehmen zu
Bodycams auch mit Tonaufnahme
Bildnachweis: © Florian Wiegand/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Bahn stattet auch Personal in Bahnhöfen mit Bodycams aus
Laut DB nehmen Übergriffe auf ihre Beschäftigten zu. Zugpersonal wurde daher bereits mit Bodycams ausgestattet. Nun sollen auch Mitarbeiter an Bahnhöfen diese Videokameras bekommen.
Meistgelesene Artikel
- 14. August 2026
Größter Waldbrand in NRW – Evakuierung in der Eifel
Flammen, Rauch und Weltkriegsmunition: Eine Feuerwalze im Hürtgenwald rückt an die Eifel-Gemeinde Gey heran. Der wohl größte Waldbrand in NRW fordert Feuerwehr und Anwohner bis an ihre Grenzen.
- 15. August 2026
Blaualgen an Ostsee und Seen – Warnung für Badende
Bläulich grüne Trübung im Wasser? An vielen Küsten und Seen im Norden raten Behörden vom Baden ab. Der Grund sind Bakterien, die etwa allergische Reaktionen auslösen können.
- 14. August 2026
Mangione gesteht tödlichen Angriff auf Versicherungschef
Die aufsehenerregende Tötung eines Versicherungsmanagers erschütterte die USA. Nun gesteht der Angeklagte Mangione die Tat – und gibt preis, was ihn dazu motiviert hat.
Neueste Artikel
- 13. September 2026
Indonesische Fähre mit rund 240 Menschen an Bord in Seenot
Fähren sind im Inselstaat Indonesien ein wichtiges Transportmittel. Zwischen Java und Kalimantan gerät eine von ihnen in Seenot. Dutzende Passagiere werden durch andere Schiffe gerettet.
- 13. September 2026
Goldener Löwe für eine unbequeme Frauenrolle
May el-Toukhy gewinnt den Goldenen Löwen, Lee Chang-dong den Großen Preis der Jury. Das Filmfest Venedig setzt bei der Preisverleihung politische Zeichen – nicht immer mit einfachen Botschaften.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 13. September 2026
Indonesische Fähre mit rund 240 Menschen an Bord in Seenot
Fähren sind im Inselstaat Indonesien ein wichtiges Transportmittel. Zwischen Java und Kalimantan gerät eine von ihnen in Seenot. Dutzende Passagiere werden durch andere Schiffe gerettet.
- 13. September 2026
Goldener Löwe für eine unbequeme Frauenrolle
May el-Toukhy gewinnt den Goldenen Löwen, Lee Chang-dong den Großen Preis der Jury. Das Filmfest Venedig setzt bei der Preisverleihung politische Zeichen – nicht immer mit einfachen Botschaften.

