8. August 2025 / Aus der Welt

CDU fordert Flussbad für Hamburg

In Paris kann erstmals seit 100 Jahren wieder in der Seine gebadet werden. In Kopenhagen gibt es mehrere Hafen-Bäder. In Hamburg sucht man vergebens nach so einer Badestelle. Die CDU will das ändern.

Trotz vieler Strände in Hamburg gibt es an der Elbe keine Badestelle - die CDU will das ändern (Archivbild).
Veröffentlicht am 8. August 2025 um 05:30 Uhr

Die CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft macht sich für ein Flussbad an Alster oder Elbe stark. «Es wird Zeit, Hamburgs Gewässer für alle zugänglich zu machen – nicht nur zum Angucken, sondern zum Baden, Schwimmen und Genießen», sagte die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion, Anke Frieling, der Deutschen Presse-Agentur. 

Sie verwies auf entsprechende Beispiele in Skandinavien. Doch: «Was in Städten wie Kopenhagen, Oslo oder Malmö längst Realität ist, bleibt in Hamburg weiterhin Wunschdenken», wie aus der Antwort des Senats auf ihre Schriftliche Kleine Anfrage hervorgehe.

Senat hat Bedenken wegen Wasserqualität und Sicherheit

Zwar werde aktuell im Rahmen eines Bürgerschaftlichen Ersuchens mit dem Titel «Stadtentwicklung am Wasser - Neue Perspektiven für Hamburgs Wasserlagen» die Eignung der Gewässer für den Badesport geprüft, schreibt der rot-grüne Senat. «Gegen eine entsprechende Nutzung der Gewässer spricht bislang jedoch die vielfach nicht durchgängig gute Wasserqualität.» 

Zudem habe die Umweltbehörde 2015 Möglichkeiten zur Errichtung einer öffentlichen Badestelle in der Elbe geprüft. «Sicherheitsaspekte sprachen jedoch gegen das Baden in der Elbe.» 

Auch unterschieden sich die Voraussetzungen in Hamburg wesentlich von denen in Kopenhagen, Aarhus oder dem norwegischen Arendal, heißt es in der Senatsantwort. «Die Bedingungen sind wegen des in Hamburg vorherrschenden Tidehubs und des hohen Schiffsverkehrs, teilweise auf einer Bundeswasserstraße und in Hafengebieten, anders zu beurteilen als in diesen skandinavischen Städten.» 

Überhaupt sei die Integration von Schwimmmöglichkeiten in den weiterhin hafenwirtschaftlich genutzten Gewässern nach Einschätzung der für Stadtentwicklung zuständigen Behörde nicht möglich. Neue Prüfungen oder Machbarkeitsstudien für Gewässerbäder sind nach Angaben des Senats daher nicht geplant.

Frieling fordert kreative Lösungen für Bademöglichkeit 

Frieling reicht das nicht aus. «Wenn Hamburg ernst macht mit urbaner Lebensqualität und innovativer Stadtentwicklung, dann brauchen wir kreative Lösungen für mehr Wasserzugang – und keine Ausreden», sagte sie. 

Zudem sei es in der Hafencity nur noch ganz selten der Fall, dass Hafenbecken auch hafenwirtschaftlich genutzt würden. «Dort werden neue Hochhäuser in ein Hafenbecken gebaut – aber ein Ort zum Schwimmen soll nicht möglich sein?», fragte sie. 

«Der Senat verweist auf Finanzierungs-, Sicherheits- und Hygieneaspekte sowie auf die Wasserqualität – blendet dabei aber völlig aus, dass diese Herausforderungen in anderen Städten längst gemeistert wurden.» Die Hansestadt verschenke hier ihr Potenzial, warnte Frieling.


Bildnachweis: © Georg Wendt/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Gewalttat in Louisiana: 31-Jähriger erschießt acht Kinder
Aus der Welt

Ein gravierender Fall von häuslicher Gewalt schockt den US-Bundesstaat Louisiana: acht Kinder werden getötet, sieben davon Kinder des Tatverdächtigen. Die Gemeinde bangt um das Leben der Verletzten.

weiterlesen...
Blake Lively und Justin Baldoni legen Gerichtsstreit bei
Aus der Welt

Sie drehten gemeinsam den Film «Nur noch ein einziges Mal», danach erhob Blake Lively schwere Vorwürfe gegen Justin Baldoni. Doch kurz vor einem geplanten Prozessbeginn gibt es eine Überraschung.

weiterlesen...
Studie: Mehr Risiken als Nutzen bei neuen Alzheimer-Mitteln
Aus der Welt

Mehr als 20.000 Patienten, 17 Studien, eine durchwachsene Bilanz: Die neuen Alzheimer-Medikamente zeigen wenig klinisch relevante Wirkung – und könnten teils sogar schaden.

weiterlesen...

Neueste Artikel

130 sexualisierte Straftaten - Kinderarzt angeklagt
Aus der Welt

Ein Kinderarzt in Brandenburg ist wegen 130 Fällen sexualisierter Straftaten angeklagt. Viele Taten sollen während seiner Dienstzeit im Krankenhaus geschehen sein.

weiterlesen...
Zwei Jahre Haft für Drogenlieferant nach Matthew Perrys Tod
Aus der Welt

2023 starb «Friends»-Star Matthew Perry an einer Ketamin-Überdosis. Es gab mehrere Drogenlieferanten - ein weiterer muss nun ins Gefängnis.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

130 sexualisierte Straftaten - Kinderarzt angeklagt
Aus der Welt

Ein Kinderarzt in Brandenburg ist wegen 130 Fällen sexualisierter Straftaten angeklagt. Viele Taten sollen während seiner Dienstzeit im Krankenhaus geschehen sein.

weiterlesen...
Zwei Jahre Haft für Drogenlieferant nach Matthew Perrys Tod
Aus der Welt

2023 starb «Friends»-Star Matthew Perry an einer Ketamin-Überdosis. Es gab mehrere Drogenlieferanten - ein weiterer muss nun ins Gefängnis.

weiterlesen...