22. Januar 2026 / Aus der Welt

Erdrutsch auf Campingplatz in Neuseeland - mehrere Vermisste

Zerstörte Zelte und Hilfeschreie aus dem Toilettenblock: Nach einem Erdrutsch am Mount Maunganui kämpfen Retter gegen die Zeit. Andernorts in Neuseeland gibt es nach Rekordregen bereits Tote.

Der Erdrutsch auf einem Campingplatz begrub unter anderem den Toilettenblock.
Veröffentlicht am 22. Januar 2026 um 11:13 Uhr

Mount Maunganui/Auckland – Nach einem schweren Erdrutsch auf einem Campingplatz am Mount Maunganui in Neuseeland suchen Einsatzkräfte weiter fieberhaft nach mehreren Vermissten. Die Zeitung «New Zealand Herald» sprach unter Berufung auf einen der Retter von neun Verschütteten, das Portal «Stuff» hatte zuvor von sechs Vermissten berichtet, darunter mehrere Kinder. Die Behörden bestätigten diese Zahlen zunächst nicht. Ob auch Ausländer darunter sind, ist ebenfalls unklar.

Der Erdrutsch am Morgen (Ortszeit) zerstörte Teile des bekannten Campingareals, Zelte wurden dem Erdboden gleichgemacht, wie die Polizei mitteilte. Vorausgegangen waren Rekordniederschläge. 

Augenzeugen berichteten, dass aus einem Toilettenblock Hilfeschreie zu hören gewesen seien. Menschen auf dem Dach versuchten demnach verzweifelt, zu den Eingeschlossenen vorzudringen. Nach etwa 15 Minuten seien die Stimmen aber verstummt, berichtete die Zeitung «New Zealand Herald» unter Berufung auf einen an der Rettungsaktion beteiligten Mann. Auf im Internet verbreiteten Videos war der Moment des Unglücks zu sehen.

Vermisste in Wohnhaus tot geborgen

In der nahegelegenen Ortschaft Papamoa konnten derweil nach einem weiteren Erdrutsch, der ein Wohnhaus getroffen hatte, zwei Vermisste nur noch tot geborgen werden. Das Gebäude sei schwer beschädigt worden, teilte die Polizei mit. 

Für den Campingplatz konnte Polizeichef Tim Anderson zunächst hingegen keine genaue Zahl der Vermissten nennen, sagte aber auf einer Pressekonferenz, es handle sich um «eine einstellige Zahl». Wegen der Gefahr weiterer Erdrutsche mussten die Retter demnach extrem vorsichtig vorgehen. Es sei aber «möglich, dass wir noch jemanden lebend finden», betonte Anderson. Unter anderem war eine Hundestaffel im Einsatz. 

Der neuseeländische Ministerpräsident Christopher Luxon sprach in einer Mitteilung von einer «schrecklichen Tragödie». Das Land sei in tiefer Trauer. Gleichzeitig dankte er den Notdiensten.

Suche auch in der Nacht

Die Sucharbeiten würden die ganze Nacht hindurch fortgesetzt, sagte der Minister für Notfallmanagement Mark Mitchell. «Sie werden rund um die Uhr arbeiten, bis sie jedes Stück Erde abgesucht haben», versprach der Bürgermeister der nahegelegenen Stadt Tauranga, Mahé Drysdale.

Der Badeort Mount Maunganui liegt auf einer Halbinsel und ist für seine atemberaubende Natur, herrlichen Strände und einen markanten erloschenen Vulkan bekannt - von den Neuseeländern schlicht «The Mount» genannt. Das Gebiet liegt in der weltbekannten Region Bay of Plenty auf der Nordinsel. In Neuseeland sind gerade Sommerferien, viele Menschen sind auf Reisen.

Notstand in mehreren Regionen nach Rekordregen

Auslöser der Unglücke war extremer Starkregen: In der Region fiel innerhalb von zwölf Stunden so viel Regen wie sonst in zweieinhalb Monaten – der höchste Tageswert seit Beginn der Aufzeichnungen. In mehreren Regionen wurde der Notstand ausgerufen.

Auch in anderen Teilen der Nordinsel kam es zu schweren Überschwemmungen. Nördlich von Auckland wird nach einem Mann gesucht, der mit seinem Auto beim Versuch, den Mahurangi River zu überqueren, von den Fluten mitgerissen wurde. Die Einsatzteams waren unter anderem mit Drohnen, Hubschraubern und Rafting-Booten im Einsatz, wie der Sender Radio New Zealand berichtete.


Bildnachweis: © Supplied/Radio NZ/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Polizei schießt am Frankfurter Hauptbahnhof auf Mann
Aus der Welt

Passanten hören Schüsse, ein Mann liegt verletzt am Boden. Am Abend teilt das Landeskriminalamt Hessen mit: Der Angeschossene hatte zuvor einen Polizisten mit einem spitzen Gegenstand verletzt.

weiterlesen...
Jugendlicher stellt sich nach Schuss auf Polizisten
Aus der Welt

Bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen zwei Großfamilien wird in Göttingen ein Polizist schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter ist zunächst auf der Flucht - dann aber stellt er sich.

weiterlesen...
Hitzealarm im Westen – Wetterdienst ruft zur Vorsicht auf
Aus der Welt

Am Donnerstag war es bereits heiß, der Freitag legt noch eine Schippe drauf. Wo es wie warm wird - und für wen das besonders kritisch ist.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Artemis-Crew dankt europäischen Ingenieuren
Aus der Welt

Im April begeisterte die «Artemis 2»-Crew die Welt. Die vier Astronauten machen einen Stopp in Deutschland und bedanken sich - ohne europäische Technik hätte der Flug um den Mond nicht stattgefunden.

weiterlesen...
Zwölfjähriger am Steuer auf der Autobahn 1
Aus der Welt

Ein Zwölfjähriger unternimmt eine Spritztour auf der A1 im Landkreis Cloppenburg. Nach einem Unfall flüchtet das Kind mit dem beschädigten Auto.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Artemis-Crew dankt europäischen Ingenieuren
Aus der Welt

Im April begeisterte die «Artemis 2»-Crew die Welt. Die vier Astronauten machen einen Stopp in Deutschland und bedanken sich - ohne europäische Technik hätte der Flug um den Mond nicht stattgefunden.

weiterlesen...
Zwölfjähriger am Steuer auf der Autobahn 1
Aus der Welt

Ein Zwölfjähriger unternimmt eine Spritztour auf der A1 im Landkreis Cloppenburg. Nach einem Unfall flüchtet das Kind mit dem beschädigten Auto.

weiterlesen...