Einen Tag nach einem folgenschweren Erdrutsch auf einem Campingplatz am Mount Maunganui in Neuseeland suchen die Einsatzteams weiter unermüdlich nach möglichen Überlebenden. Mindestens sechs Menschen seien unter den Schlammmassen verschüttet worden, teilte die Polizei am Morgen (Ortszeit) mit. Insgesamt könnten aber bis zu neun Personen betroffen sein. Zu drei weiteren Urlaubern - wahrscheinlich ausländischen Touristen - würden noch Informationen gesammelt, erklärte der örtliche Polizeichef Tim Anderson. Es sei nicht klar, ob sie den Campingplatz kurz vor dem Unglück verlassen hatten oder ebenfalls verschüttet wurden. Unter den Vermissten sind den Angaben zufolge zwei etwa 15 Jahre alte Jugendliche. Ob und wie viele Ausländer betroffen sind, konnten die Behörden zunächst nicht mit Sicherheit sagen. Der neuseeländische Ministerpräsident Christopher Luxon sprach von einer «absoluten Tragödie». Der Schmerz der bangenden Angehörigen sei unvorstellbar. Noch handele es sich aber um eine Rettungs- und nicht um eine reine Bergungsaktion, sagte Polizeichef Anderson. «Wenn man auf Fälle im Ausland schaut, dann sieht man, dass Menschen auch nach mehreren Tagen noch gerettet wurden.» Die Einsatzkräfte würden nichts unversucht lassen, um Überlebende zu finden. Unter anderem suchten die Retter mit Baggern in den riesigen Erdmassen, die am Donnerstagmorgen plötzlich von dem Berg gerutscht waren. Die Hoffnung schwindet aber zunehmend: Ein Angehöriger einer der vermissten Personen sagte neuseeländischen Medien, seiner Familie sei mitgeteilt worden, dass es sich mittlerweile nur noch um eine Bergungsoperation handele. Seine Verwandte habe zuvor noch versucht, die Menschen auf dem Campingplatz zu warnen - und sei dann selbst verschüttet worden, erzählte er. Der Erdrutsch hatte Teile des bekannten Campingareals zerstört und Zelte unter Schlamm begraben. Augenzeugen berichteten, dass aus einem Toilettenblock Hilfeschreie zu hören gewesen seien. Nach etwa 15 Minuten seien die Stimmen aber verstummt. Luftaufnahmen verdeutlichten das Ausmaß der Tragödie, der Rekordniederschläge vorausgegangen waren: In der Region fiel innerhalb von zwölf Stunden so viel Regen wie sonst in zweieinhalb Monaten – der höchste Tageswert seit Beginn der Aufzeichnungen. Warum der Campingplatz trotz der Sturzfluten und des aufgeweichten Bodens nicht vorsichtshalber geräumt wurde, wird derzeit untersucht. Der Badeort Mount Maunganui liegt auf einer Halbinsel und ist bekannt für seine atemberaubende Natur, herrliche Strände und einen markanten erloschenen Vulkan. Das Gebiet liegt in der bekannten Region Bay of Plenty auf der Nordinsel Neuseelands. Auch in anderen Teilen der Region kam es zu schweren Überschwemmungen. In der nahe gelegenen Ortschaft Papamoa konnten nach einem weiteren Erdrutsch, der ein Wohnhaus getroffen hatte, zwei Vermisste nur noch tot geborgen werden. Bei den Opfern handele es sich um eine Großmutter und ihren Enkel, berichteten neuseeländische Medien. Nördlich von Auckland wird zudem weiter nach einem Mann gesucht, der mit seinem Auto von den Fluten mitgerissen wurde, als er versuchte, den Mahurangi River zu überqueren.Verzweifelte Angehörige
Zeugen berichten von Hilfeschreien
Zwei Tote in nahe gelegener Ortschaft
Bildnachweis: © Owen Thompson/Photosport NZ/AAP/dpa
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Erdrutsch in Neuseeland: Suche nach verschütteten Campern
Mindestens sechs Menschen sind nach Rekordregen und einem Erdrutsch auf einem beliebten Campingplatz verschüttet. Angehörige und Retter hoffen noch auf ein Wunder - aber die Hoffnung schwindet.
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