Schutzhelme wie bei der Bundespolizei könnten künftig auch zur Ausrüstung von Bahn-Sicherheitskräften gehören. Die Deutsche Bahn testet die Helme von Juni bis Dezember bei ihrer Mobilen Unterstützungsgruppe (MUG) in Berlin, die zum Beispiel bei Fußballspielen und Demonstrationen eingesetzt wird. Die Idee für die Helme kam von zwei Mitarbeitern der Einheit selbst. Sie hatten das Thema bei einem Runden Tisch der Bahn zum Thema Sicherheit angesprochen. «Wir sind immer öfter mit Einsatzsituationen in Konflikt gekommen, die das übersteigen, was wir kannten», sagte einer der beiden Initiatoren der Deutschen Presse-Agentur. Bei Fußballspielen oder an Silvester hätten die Sicherheitskräfte zunehmend mit aggressiven Gruppen zu tun gehabt. Es habe auch Böllerwürfe und Raketenbeschuss gegeben. «Das hat noch mal ein ganz anderes Level angenommen.» Die Berliner MUG umfasst 15 speziell ausgebildete Sicherheitskräfte. Sie unterstützen bei besonderen Einsatzlagen und arbeiten dabei regelmäßig mit Hundertschaften der Bundespolizei zusammen. Bislang konnten sich Einsatzkräfte der Polizei in kritischen Situationen mit Helmen schützen, die Bahnmitarbeiter jedoch nicht. «Wenn ich keinen Helm habe und bin aber in einer Reihe unterwegs, dann ist ja klar, wo das Gefährdungspotenzial am größten ist», sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler der dpa. Wenn Bahnmitarbeiter gemeinsam mit der Bundespolizei im Einsatz seien, müssten sie deshalb auch vergleichbar ausgestattet sein. Dauerhaft tragen sollen die Mitarbeiter die Helme allerdings nicht. Erst wenn eine Lage zu eskalieren droht, werde die Kopfbedeckung nach Angaben der Bahn aufgesetzt. Die Sicherheitskräfte erhoffen sich dadurch zusätzlichen Schutz, um auch in kritischen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Bewährt sich das Pilotprojekt, könnten die Schutzhelme nach Angaben der DB ab 2027 bundesweit eingeführt werden. MUG-Mitarbeiter sind bislang mit Einsatzhandschuhen, Handfesseln, Einsatzstock, Schutzweste, Einsatzkoppel und Tierabwehrspray ausgestattet. Bundesweit gibt es die Einheiten an zehn Standorten. Der tödliche Angriff auf den Zugbegleiter Anfang Februar in einer Regionalbahn in der Westpfalz im Rahmen einer Ticketkontrolle sorgte bundesweit für Entsetzen. Seitdem setzt die Bahn auf zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Beschäftigte im Kundenkontakt im Regional- und Fernverkehr sowie an den Bahnhöfen können sich freiwillig mit Bodycams ausstatten lassen, im dritten Quartal will die Bahn zudem Modelle mit Tonaufzeichnung testen. Zudem plant der Konzern mehr Sicherheitspersonal, baut Deeskalationstrainings aus und erprobt auf einzelnen Linien eine Doppelbesetzung mit zwei Zugbegleitern. Die Zahl der Angriffe auf Bahnmitarbeitende ist zuletzt gestiegen. Nach Angaben der Bundesregierung wurden 2025 rund 2.690 Fälle registriert – etwa elf Prozent mehr als im Vorjahr.Bahn: Helme nur bei eskalierenden Lagen
Welche Maßnahmen noch geplant sind
Bildnachweis: © Britta Pedersen/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Eskalierende Einsätze - Bahn testet Schutzhelme
Sicherheitskräfte der DB berichten von Böllerwürfen, Raketenbeschuss und zunehmender Gewalt. Mit einer neuen Schutzmaßnahme will die Bahn jetzt gegensteuern.
Meistgelesene Artikel
- 3. Oktober 2026
Adipositas in jungen Jahren: Sind Abnehmspritzen die Lösung?
Bei einigen Kindern mit extremem Übergewicht haben die üblichen Therapieansätze keinen Erfolg. GLP-1-Medikamente können ihnen helfen, den Hunger zu bremsen, allerdings sind die Langzeitfolgen unklar.
- 24. September 2026
Tödliche Bärenangriffe in Russland - Ermittler schreiten ein
Seit Wochen gibt es Berichte über Angriffe von Bären in verschiedenen Regionen Russlands. In einem Gebiet beklagen Behörden sechs Todesfälle - und erheben Vorwürfe.
- 1. Oktober 2026
Beispiellos: Entsetzen nach gescheiterter Hinrichtung
Die Hinrichtung von Christa Pike endet im Chaos: Augenzeugen berichten von einer beispiellosen gescheiterten Hinrichtung. Weitere Hinrichtungen sind in US-Bundesstaat Tennessee vorerst gestoppt.
Neueste Artikel
- 10. Oktober 2026
USA: Vier Tote und etliche ohne Strom durch Sturm «Isaias»
In mehreren Bundesstaaten im Süden der USA herrscht nach Ankunft von Sturm «Isaias» Ausnahmezustand. Nun werden erste Todesopfer bekannt. Auch in Mexiko bereitet man sich auf einen Hurrikan vor.
- 10. Oktober 2026
Mann betritt Tigergehege - tot
In einem Zoo im Norden Englands spielt sich ein dramatischer Vorfall ab. Ein Mann gerät in direkten Kontakt mit einem Sibirischen Tiger - mit tragischen Folgen.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 10. Oktober 2026
USA: Vier Tote und etliche ohne Strom durch Sturm «Isaias»
In mehreren Bundesstaaten im Süden der USA herrscht nach Ankunft von Sturm «Isaias» Ausnahmezustand. Nun werden erste Todesopfer bekannt. Auch in Mexiko bereitet man sich auf einen Hurrikan vor.
- 10. Oktober 2026
Mann betritt Tigergehege - tot
In einem Zoo im Norden Englands spielt sich ein dramatischer Vorfall ab. Ein Mann gerät in direkten Kontakt mit einem Sibirischen Tiger - mit tragischen Folgen.

