Die EU-Pläne zur Beschränkung der Social-Media-Nutzung von Kindern und Jugendlichen finden grundsätzlichen Zuspruch von Expertinnen und Experten. Nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sollen Kinder im Alter von unter 13 Jahren von sozialen Medien wie TikTok, Snapchat und Instagram ausgeschlossen werden. 13- bis 15-Jährige sollen künftig zunächst nur auf eine Stunde am Tag begrenzte sowie von Eltern eingerichtete und beaufsichtigte «Mini-Konten» nutzen können. Eigene Nutzerkonten sollen erst ab 15 Jahren erlaubt sein. Die Voraussetzungen für ein sichereres Design sollen dabei von den Plattformen selbst geschaffen werden, etwa, um endloses Scrollen oder das automatische Abspielen von Videos zu verhindern. Auch Beschränkungen für Bildschirmzeiten oder andere Maßnahmen zum Kinder- und Jugendschutz zählen dazu. Bei dem Vorhaben der EU-Kommission handelt es sich aus Expertensicht um mehr als ein reines Verbot sozialer Medien für Kinder und Jugendliche. Das erkenne auch die Komplexität der Thematik an. «Ein vollständiges Verbot für Jugendliche würde das Problem fälschlicherweise als Verhaltensproblem junger Menschen darstellen und damit die Verantwortung der Plattformunternehmen außer Acht lassen», erklärt Unterhaltungsforscherin Kathrin Karsay von der Universität Wien. Solche Vorgaben könnten Big-Tech-Unternehmen dazu zwingen, ihre Angebote zu verändern, meint Isabel Brandhorst, Leiterin der Forschungsgruppe Internetnutzungsstörungen am Uniklinikum Tübingen. «Wenn es dann noch gelingt, eine kritische Masse dazu zu bewegen, in einem späteren Alter mit Social Media anzufangen, dann haben wir schon viel erreicht.» Gute Vorsätze seien jedoch nur das eine - eine gute Umsetzung das andere, so Brandhorst. Ohne weitere Details, wie die Maßnahme tatsächlich überprüft werden könne, ließen sich auch die Auswirkungen schwer abschätzen. Trotz Einschränkungen kann man damit rechnen, dass ein Teil der Kinder und Jugendlichen die sozialen Medien weiter nutzen wird. Offen bleibt für Unterhaltungsforscherin Karsay deshalb, wie junge Menschen geschützt werden, die die Maßnahmen umgehen. Der Rechtsexperte Stephan Dreyer sieht durch das Vorhaben die Grund- und Menschenrechte von Kindern und Jugendlichen berührt, aber auch diejenigen von Eltern, Anbietern und aufgrund von möglichen Altersüberprüfungen von allen Online-Nutzern. Zudem weist er auf Wettbewerbsnachteile für neue Plattformbetreiber hin: Anders als bestehende Player müssten sie zukünftig alle Kontoinhaber prüfen.Fachleute: Mehr als reines Verbot
Umsetzung entscheidend
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Experten begrüßen geplante Social-Media-Beschränkungen
Alterskontrollen, Mini-Konten und Zeitlimits: Die EU plant strengere Regeln für die Nutzung von Social Media bei Kindern und Jugendlichen. Fachleute sehen darin Chancen und Herausforderungen.
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