1. Oktober 2025 / Aus der Welt

Massiger Sieger: Braunbär «Chunk» gewinnt «Fat Bear»-Wahl

«Chunk» ist offenbar ein Meister im Lachsfressen. Erstmals konnte das Braunbär-Männchen die «Fat Bear»-Wahl in Alaska gewinnen - trotz eines gebrochenen Kiefers.

Braunbär 32 mit dem Spitznamen «Chunk» bringt es im September nach Schätzungen auf über 500 Kilogramm und hat eine auffällige Narbe auf der Schnauze.

Der frisch gekürte «King» hat beim diesjährigen «Fat Bear»-Wettbewerb in Alaska mit seinen kolossalen Kurven Bären-Fans in aller Welt überzeugt. Bei der Kür zum fettesten Pelztier des Katmai-Nationalparks setzte sich das imposante Männchen 32 «Chunk» (auf Deutsch «Klotz») in der Endrunde gegen den ebenfalls schwergewichtigen Braunbär Nummer 856 durch. Mehr als 96.000 Stimmen heimste der Sieger im Finale ein, für den Zweitplatzierten gab es knapp 64.000 Stimmen. 

«Chunk» habe Gold geholt - «oder sollten wir Rot sagen, wegen all der Lachse, die er gefressen hat» - schrieb die Parkverwaltung im nördlichsten US-Bundesstaat auf X. Als «Chunk the Hunk» und als «neuen König» stellte die Online-Plattform «Explore.org» den Sieger vor. 

Zwölf Anwärter, sieben Weibchen und fünf männliche Braunbären, waren in dem Nationalpark eine Woche lang um den kuriosen Titel im Rennen gewesen. Nach sechs Wahlrunden standen sich im Finale nur noch diese zwei Mitstreiter gegenüber.

Für «Chunk» ist es der erste Siegertitel überhaupt. In den letzten beiden Jahren war er im Finale jeweils von der Braunbärin Grazer übertroffen worden. Sein Gewicht wurde von den Rangern auf über 500 Kilogramm geschätzt. Er hat eine auffällige Narbe auf der Schnauze. In diesem Sommer kam noch ein gebrochener Kiefer dazu. «Aber Chunk ist dennoch unglaublich dominierend und fetter denn je», erzählt Parkhüter Matt Johnson der Deutschen Presse-Agentur. Die mögliche Verletzung von einem Kampf habe ihn nicht vom Lachsfressen abgehalten. 

Glückwünsche für den Gewinner

Auf Instagram trudelten schnell Glückwünsche ein. «Gut gemacht Chunk! Harte Konkurrenz in diesem Jahr», schrieb ein Follower. «Mit einem gebrochenen Kiefer! Diesen Sieg hat er verdient», gratulierte ein anderer Fan. 

Ranger Johnson bescheinigt aber auch dem zweitplatzierten Bären eine «unglaubliche Verwandlung». Zu Beginn der Lachssaison sei Nr. 856 nur «Haut und Knochen» gewesen. In den Sommermonaten an dem Lachs-Buffet des Brooks-Flusses habe er dann gewaltig zugenommen. Braunbären können an einem Tag mit vielen Lachsen leicht 50.000 Kalorien konsumieren. 

Dicke Konkurrenz

Die Konkurrenz war auch in diesem Jahr buchstäblich riesengroß. Die massige Siegerin von 2023 und 2024, Braunbärin Grazer (Nummer 128), war erneut dabei. Bärin Nummer 910 verdankte ihrer enormen Körperfülle den Spitznamen «Kreuzfahrtschiff». Auch ein pummeliger Jungbär war unter den Kandidaten. 

Abstimmung via Online-Plattform

Zum elften Mal veranstaltet der Park im Südwesten von Alaska die «Fat Bear Week». Auf der Online-Plattform «Explore.org» wurden die Bären zur Abstimmung präsentiert. Nach Angaben des Parks gingen mehr als 1,6 Millionen Stimmen aus über Hundert Ländern ein. «Mehr als je zuvor», sagt Ranger Johnson über das Rekordergebnis. Es sei aber auch wirklich unterhaltsam und faszinierend, den Bären zuzuschauen und dann abzustimmen. 

Über Webcams beim Fressen zuschauen

Auf mehreren Webcams können Bären-Fans die Tiere beim Lachsfang beobachten. Auf Vorher-Nachher-Fotos ist zu erkennen, wie die nach dem Winterschlaf mageren Pelztiere den Sommer über anspecken. Mit diesen Fettreserven können sie dann die monatelange Winterruhe ohne zu Fressen überstehen. Dabei können sie ein Drittel ihres Körpergewichts verlieren.

Ein ernster Hintergrund

Mit dem kuriosen Wettbewerb will der Katmai-Park über das Ökosystem und den Lebensraum der mehr als 2.000 Braunbären in der Region informieren und auf Gefahren für die Tiere aufmerksam machen, etwa durch den Klimawandel. Das Gebiet hat mit die größten Braunbär- und Lachsbestände der Welt. Es wäre eine Katastrophe, wenn etwa infolge des Klimawandels die Fischbestände abnähmen, sagen die Ranger.


Bildnachweis: © T. Carmack/Katmai-Nationalpark/dpa
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