9. Juli 2025 / Aus der Welt

Großes Feuer in Marseille - Verletzte und beschädigte Häuser

Ein Flächenbrand hat die Metropole Marseille in Schrecken versetzt. Die Feuerwehr verhindert eine Katastrophe. Einige Gebäude aber werden zerstört und Menschen verletzt.

Der riesige Brand bei Marseille versetzte die Einwohner in Schrecken.
Veröffentlicht am 9. Juli 2025 um 14:16 Uhr

Der Schock sitzt tief bei vielen Menschen in Marseille am Tag nach dem großen Flächenbrand, der bis an den Rand der südfranzösischen Hafenmetropole trieb und noch immer nicht ganz gelöscht ist. Riesige Rauchwolken, die eher an eine Kriegsregion erinnern lassen, waren über Frankreichs zweitgrößte Stadt getrieben und nur mit einem Kraftakt hatte die Feuerwehr eine Katastrophe abwenden und das Feuer unter Kontrolle bringen können. Hunderte Kräfte waren auch in der Nacht auf Mittwoch im Einsatz.

Bewohner müssen in Wohnungen bleiben

Bei Innenminister Bruno Retailleau und anderen Verantwortlichen ist angesichts der extremen Flammen, die auf die Stadt zutrieben, die Erleichterung spürbar, als sie noch am späten Abend sagen: Es gibt keine Todesopfer, und auch Schwerverletzte gibt es nicht zu beklagen. Im übrigen aber zeugt die Bilanz, die die Präfektur am Tag danach zieht, von der Gewalt der Flammen und der giftigen Rauchwolken, derentwegen Bewohner eines Vororts und eines Arrondissements von Marseille angewiesen wurden, in ihren Wohnungen zu bleiben, Fenster und Türen zu schließen und mit feuchter Kleidung abzudichten.

71 Gebäude, darunter 68 Wohnhäuser, wurden durch die Flammen beschädigt und zehn davon zerstört. Zwei Lagergebäude und 15 Autos wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, berichtet die Präfektur. 97 Menschen wurden leicht verletzt, 24 mussten in einer Klinik behandelt werden, darunter auch etliche Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr, die schädlichen Qualm einatmeten. Rund 400 Menschen seien evakuiert worden, darunter 71 Bewohner eines Altenheimes. Der Brand wütete auf 750 Hektar Fläche. 

Großaufgebot der Feuerwehr

Der Innenminister und der Präfekt berichten, mit welch außerordentlichem Einsatz es gelang, der Flammen Herr zu werden. 800 Feuerwehrleute waren mit 250 Löschfahrzeugen im Einsatz, außerdem waren acht Löschflugzeuge und sieben Löschhubschrauber in der Luft, die insgesamt 400 Tonnen Wasser auf die Flammen warfen. In den kritischen Stunden appellierten die Verantwortlichen an die Menschen in der Stadt, «Vertrauen in die eingesetzten Mittel zum Schutz der Bevölkerung und der Bebauung zu haben». Die Botschaft an die oft schockierten Einwohner lautete: «Die Situation ist unter Kontrolle.»

 

Langsam normalisierte sich unterdessen wieder das Leben in der Metropole. Der am Dienstagnachmittag unter anderem wegen des Einsatzes der Löschflugzeuge gesperrte Flughafen Marseille nahm den Flugbetrieb noch am Abend wieder auf. Auch der Bahnverkehr normalisierte sich langsam wieder, nachdem am Vortag der TGV-Verkehr nach Marseille eingestellt wurde und Regionalverbindungen unterbrochen wurden. Behinderungen gab es weiterhin auf einigen Autobahnen, wo der verheerende Brand seinen Ausgang nahm. Die Flammen griffen von einem in Brand geratenen Auto auf die Naturflächen neben den Fahrstreifen über und wurden durch den Wind weiter ausgedehnt. 

Sorge vor Flammensommer

Auf den Schock über die Flammen in Marseille, die auf eine Hitzewelle in der vergangenen Woche folgte, macht Frankreich sich Sorgen, dass dies erst der Anfang eines Sommers voller verheerender Brände werden könnte - parallel hatte ein riesiger Vegetationsbrand auch im südfranzösischen Narbonne 2.000 Hektar Fläche in Mitleidenschaft gezogen. Innenminister Retailleau warnte vor weiteren Bränden, die zerstörerisch und tödlich sein könnten, und mahnte die Bevölkerung zu größer Vorsicht. Auch der Wetterdienst Météo France warnte vor weiteren Bränden schon in den nächsten Tagen, angesichts großer Trockenheit, Spitzentemperaturen von 35 Grad und kräftiger Winde.


Bildnachweis: © Lewis Joly/AP/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Neunjähriger fällt von Schlauchboot und ertrinkt in See
Aus der Welt

Trotz großem Rettungseinsatz: Für den Jungen, der an einem Strandbad in Hessen mit dem Schlauchboot unterwegs war, gab es keine Hilfe mehr.

weiterlesen...
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus der Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Gutes Wetter bei Sonnenfinsternis und Sternschnuppen
Aus der Welt

Klare Sicht auf das Himmelsereignis: In Deutschland erwartet der Wetterdienst meist wolkenfreien Himmel zur Sonnenfinsternis und zu den Perseiden.

weiterlesen...

Neueste Artikel

So sehen Sie König Haralds Begräbnis live
Aus der Welt

Tausende werden in Oslo erwartet, wenn König Harald beigesetzt wird. Wer dabei sein will, muss früh aufstehen. Alle anderen können den Fernseher einschalten: ARD und RTL übertragen am Mittwoch live.

weiterlesen...
Streik am Eiffelturm nach Ausschluss von Mitarbeiterinnen
Aus der Welt

Am Eiffelturm sorgt der Ausschluss weiblichen Personals während des Besuchs einer religiösen Gruppe für Aufruhr. Wie reagiert die Stadt auf diesen Vorfall?

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

So sehen Sie König Haralds Begräbnis live
Aus der Welt

Tausende werden in Oslo erwartet, wenn König Harald beigesetzt wird. Wer dabei sein will, muss früh aufstehen. Alle anderen können den Fernseher einschalten: ARD und RTL übertragen am Mittwoch live.

weiterlesen...
Streik am Eiffelturm nach Ausschluss von Mitarbeiterinnen
Aus der Welt

Am Eiffelturm sorgt der Ausschluss weiblichen Personals während des Besuchs einer religiösen Gruppe für Aufruhr. Wie reagiert die Stadt auf diesen Vorfall?

weiterlesen...