In Nordostdeutschland bibbern die Menschen und große Regionen liegen noch unter Schnee und Eis - dennoch kehren gerade tausende Kraniche aus ihren Winterquartieren zurück. «Mindestens 10.000 Kraniche sind schon unterwegs», sagte Nabu-Sprecher Helge May der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sichtungen gab es demnach etwa in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Auf einen Zugstau - bei dem die Tiere vor dem Weiterflug in kältere Regionen abstoppen - deute derzeit nichts hin. «Es ist der Beginn des echten Frühjahrszugs in die Brutreviere», sagte May. Demnach dürften in den kommenden drei bis vier Wochen insgesamt rund 400.000 Kraniche zurückkommen, vor allem aus Spanien und Portugal, aber auch aus verschiedenen Teilen Frankreichs. Bis nach Nordafrika zögen Kraniche - über Westeuropa - schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr. Auch im Nordosten von Deutschland überwintern demnach immer mehr Kraniche. In dieser Saison registrierten Beobachter aber angesichts widriger Wetterbedingungen zweimal eine sogenannte Winterflucht: Vor Weihnachten und Mitte Januar flogen viele der Tiere doch noch gen Süden. Geschätzt einige Tausend Kraniche seien aber ganz in Deutschland geblieben, sagte May. «Kraniche sind hart im Nehmen», erläuterte der Experte. Kälte sei kein größeres Problem. Anders als eine geschlossene Schneedecke, weil sich die Vögel im Winter unter anderem von Mais- und Getreideresten ernähren, die dann schwerer zu finden sind. Die weitaus meisten der rund 400.000 Kraniche, die von Südwesten kommen, ziehen über Deutschland hinweg in ihre Sommerquartiere nach Skandinavien und ins Baltikum. May schätzt die Zahl der Tiere, die in Deutschland bleiben, auf etwa 35.000, maximal 40.000. Die meisten hiesigen Paare brüten demnach in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Sobald die Rückkehrer ihre Brutreviere besetzt haben, kommen sich die Paare demnach näher. Bis zur Paarung könne es zwar noch etwas dauern, aber: «Die sind schon in Stimmung», so May. Berühmt ist die Balz der imposanten Vögel: Europäische Kraniche (Grus grus) leben zwar überwiegend monogam, also in lebenslanger Ehe mit einem Partner. Dennoch tanzen und trompeten sie jedes Jahr aufs Neue. Auch die Störche dürften laut May nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ihre Zahl schätzt der Experte auf bundesweit etwa 40.000. Auch von ihnen verbringen demnach etliche inzwischen den Winter in Deutschland, schätzungsweise 2.000 bis 3.000. Berichten zufolge hätten in Südhessen und Niedersachsen einzelne Störche sogar schon mit dem Nestbau begonnen. «Das sind aber die allerersten.» Das Gros jener Störche, die über Winter Richtung Westen ziehen, erwartet May in etwa zwei bis drei Wochen zurück. «Lange wird's nicht mehr dauern.» «Kraniche sind hart im Nehmen»
Etwa 35.000 Kraniche brüten in Deutschland
Auch die Störche dürften bald zurückkehren
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Frühjahrszug startet: Kraniche kehren in Brutreviere zurück
Sie sind Vorboten des Frühjahrs und werden sehnlichst erwartet. Mehr als 10.000 Kraniche sind schon in Deutschland unterwegs. Im Nordosten erwarten sie klirrende Kälte und Schnee.
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