21. Juni 2025 / Aus der Welt

Für Klimaschutz verzichten die wenigsten auf Grillfleisch

Die Menschen in Deutschland schmeißen gern den Grill an. Die wenigsten stellen einer Umfrage zufolge dem Klima zuliebe ihr Grillverhalten um. Alternativen werden aber schon genutzt.

Fleisch auf dem Grill muss für viele sein. (Archivbild)

Der Klimawandel ist für die meisten Menschen in Deutschland kein Grund, ihre Grillgewohnheiten zu ändern. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Gut zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten verneinten die Frage, ob sie ihre Grillgewohnheiten aufgrund des Klimawandels in den letzten Jahren verändert hätten. 9 Prozent der Befragten antworteten hingegen mit «Ja». Gut ein Fünftel (22 Prozent) gab an, nie zu grillen. 

Etwa ein Drittel der Befragten antwortet, bei der Entscheidung zum Grillen sei ihnen Klimaschutz «überhaupt nicht wichtig» (32 Prozent). 17 Prozent ist es weniger wichtig und knapp jeder Dritte sieht es neutral (29 Prozent). Wichtig (15 Prozent) oder sehr wichtig (5 Prozent) ist der Klimaschutz demnach den wenigsten Menschen, wenn sie grillen. 

Das Umweltbundesamt weist auf seiner Webseite darauf hin, dass in Grillkohle immer noch Holz aus ökologisch wertvollen Tropenwäldern stecken kann. Daher sollte beim Kauf von Holzkohle auf vertrauenswürdige Siegel wie FSC (Forest Stewardship Council) oder Naturland geachtet werden. 

«Grillen soll ja etwas Schönes sein» 

Größeren Einfluss als die Art des Grillens habe allerdings, was auf dem Grill liege. «Die Zucchini aus Brandenburg ist auf jeden Fall dem argentinischen Rind vorzuziehen», sagt Christian Liesegang, Experte für Kleinfeuerungsanlagen beim Umweltbundesamt.

«Eine bekannte Erfahrung beim Grillen ist auch, dass häufig Fleisch oder Würste übrigbleiben. Für Gesundheit, Umwelt und Geldbeutel empfiehlt es sich, als Sättigungsreserve lieber mit etwas mehr Salaten als mit "Fleischreserven" zu planen», so Liesegang. Das helfe auch gegen das typische Gefühl, viel zu viel gegessen zu haben. «Und Grillen soll ja etwas Schönes sein.» 

Schätzungen zufolge machen die Emissionen aus der weltweiten Viehzucht etwa rund ein Sechstel der Treibhausgasemissionen aus.

Klimafreundlichere Alternativen

«Können Sie sich vorstellen, in Zukunft noch "bewusster" zu grillen, um Ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren?» Gut ein Fünftel (22 Prozent) antwortet auf diese Frage: «Nein, auf keinen Fall», ein Fünftel «eher nein». 21 Prozent der Befragten sind unentschieden. Gut jeder fünfte Befragte antwortet mit «eher ja», 8 Prozent können sich das «auf jeden Fall» vorstellen.

Als klimafreundlichere Alternativen würden 33 Prozent der Befragten einen Elektrogrill in Betracht ziehen, 31 Prozent einen Gasgrill. Einen Holzkohlegrill mit nachhaltigem Brennmaterial nennt knapp ein Viertel (24 Prozent) und vegetarisch oder vegan zu grillen kommt für 12 Prozent der Befragten als Alternative infrage. Ein Viertel der Griller (25 Prozent) geben an, bei ihrem bisherigen Grillverhalten zu bleiben und keine Alternativen in Betracht zu ziehen. 

Seltener grillen oder nachhaltigere Grillmethoden

Von den vergleichsweise wenigen Befragten, die ihr Grillverhalten wegen des Klimawandels verändert haben, antwortet knapp die Hälfte (47 Prozent), nun seltener zu grillen und auf nachhaltigere Grillmethoden wie zum Beispiel Elektro- oder Gasgrill umgestiegen zu sein (45 Prozent). 39 Prozent verwenden weniger Fleisch beim Grillen, gut ein Viertel (28 Prozent) legt mehr oder ausschließlich vegetarische oder vegane Produkte auf den Grill. Gut ein Fünftel (21 Prozent) verwendet anderes Fleisch. 

Wer vegetarisch oder vegan grillt, nutzt der Umfrage zufolge vor allem Gemüse (48 Prozent) oder Pilze (29 Prozent). Knapp die Hälfte der Befragten, die grillen, gibt an, weder vegetarisch noch vegan zu grillen (45 Prozent). 


Bildnachweis: © Martin Schutt/dpa
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