30. Oktober 2025 / Aus der Welt

Gemeinsame Glücksmomente reduzieren Stresshormone bei Paaren

Wenn ältere Paare glückliche Momente miteinander erleben, schütten sie weniger Stresshormone aus – und das unabhängig davon, wie zufrieden sie insgesamt mit der Beziehung sind. Das zeigt eine Studie.

Gemeinsam positive Momente zu teilen hilft der Gesundheit. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 30. Oktober 2025 um 14:07 Uhr

Glücksmomente zu zweit können der Gesundheit messbar guttun: Wenn ältere Paare gemeinsam positive Gefühle erleben, sinkt bei ihnen der Spiegel des Stresshormons Cortisol. Das berichtet ein Forscherteam um die Psychologin Tomiko Yoneda von der University of California in Davis in der Fachzeitschrift «Journal of Personality and Social Psychology».

«Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass positive Emotionen wie Glück, Freude, Liebe und Aufregung gut für unsere Gesundheit sind – sie werden sogar mit einem längeren Leben in Verbindung gebracht», erläutert Yoneda laut einer Pressemitteilung der American Psychological Association. «Im wirklichen Leben jedoch treten unsere stärksten positiven Emotionen oft dann auf, wenn wir mit jemandem in Kontakt treten.»

Studienteilnehmer zwischen 56 und 89 Jahre alt

Das Team wollte verstehen, wie sich solche gemeinsamen Momente auf den Körper auswirken. Dazu analysierten die Forschenden Daten von 642 älteren Erwachsenen (321 Paaren) aus drei Studien in Kanada und Deutschland, die vor der Corona-Pandemie ab 2019 erhoben wurden. Die Teilnehmenden waren zwischen 56 und 89 Jahre alt.

Eine Woche lang berichteten sie fünf- bis siebenmal täglich per elektronischem Fragebogen, wie glücklich, entspannt und interessiert sie sich gerade fühlten. Nach jeder Befragung gaben sie eine Speichelprobe ab, um den Cortisolspiegel zu messen. Insgesamt kamen so fast 24.000 Einzelmessungen zusammen.

Das Ergebnis: Die Cortisolwerte waren niedriger, wenn beide Partner zur selben Zeit positive Emotionen angaben. Dieser Zusammenhang blieb bestehen, selbst wenn Faktoren wie Alter, Geschlecht, Medikamenteneinnahme oder die natürliche tägliche Cortisolschwankung berücksichtigt wurden.

Effekt unabhängig von Beziehungszufriedenheit

«Das gemeinsame Teilen dieser positiven Emotionen hatte etwas einzigartig Kraftvolles», erläutert Yoneda. Besonders bemerkenswert sei, dass sich die Wirkung über den Tag hinaus fortsetzte: «Wenn sich Paare zusammen wohlfühlten, blieb ihr Cortisolspiegel später am Tag niedriger. Das deutet darauf hin, dass das gemeinsame Erleben positiver Emotionen dem Körper tatsächlich helfen könnte, mit der Zeit ruhiger zu bleiben.»

Zudem trete der Effekt unabhängig von der generellen Beziehungszufriedenheit auf. Auch Paare, die insgesamt weniger zufrieden waren, profitierten körperlich von gemeinsam erlebten Glücksmomenten.

In künftigen Studien möchte Yoneda untersuchen, ob ähnliche Effekte auch in anderen sozialen Beziehungen auftreten – etwa zwischen Freunden, Familienmitgliedern oder Kolleginnen und Kollegen. «Der Theorie zufolge können solche Momente zwischen zwei beliebigen Menschen stattfinden, nicht nur zwischen Liebespartnern», sagte sie. «Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten für zukünftige Forschung.»


Bildnachweis: © Thomas Warnack/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Gewalttat in Louisiana: 31-Jähriger erschießt acht Kinder
Aus der Welt

Ein gravierender Fall von häuslicher Gewalt schockt den US-Bundesstaat Louisiana: acht Kinder werden getötet, sieben davon Kinder des Tatverdächtigen. Die Gemeinde bangt um das Leben der Verletzten.

weiterlesen...
Blake Lively und Justin Baldoni legen Gerichtsstreit bei
Aus der Welt

Sie drehten gemeinsam den Film «Nur noch ein einziges Mal», danach erhob Blake Lively schwere Vorwürfe gegen Justin Baldoni. Doch kurz vor einem geplanten Prozessbeginn gibt es eine Überraschung.

weiterlesen...
Studie: Mehr Risiken als Nutzen bei neuen Alzheimer-Mitteln
Aus der Welt

Mehr als 20.000 Patienten, 17 Studien, eine durchwachsene Bilanz: Die neuen Alzheimer-Medikamente zeigen wenig klinisch relevante Wirkung – und könnten teils sogar schaden.

weiterlesen...

Neueste Artikel

130 sexualisierte Straftaten - Kinderarzt angeklagt
Aus der Welt

Ein Kinderarzt in Brandenburg ist wegen 130 Fällen sexualisierter Straftaten angeklagt. Viele Taten sollen während seiner Dienstzeit im Krankenhaus geschehen sein.

weiterlesen...
Zwei Jahre Haft für Drogenlieferant nach Matthew Perrys Tod
Aus der Welt

2023 starb «Friends»-Star Matthew Perry an einer Ketamin-Überdosis. Es gab mehrere Drogenlieferanten - ein weiterer muss nun ins Gefängnis.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

130 sexualisierte Straftaten - Kinderarzt angeklagt
Aus der Welt

Ein Kinderarzt in Brandenburg ist wegen 130 Fällen sexualisierter Straftaten angeklagt. Viele Taten sollen während seiner Dienstzeit im Krankenhaus geschehen sein.

weiterlesen...
Zwei Jahre Haft für Drogenlieferant nach Matthew Perrys Tod
Aus der Welt

2023 starb «Friends»-Star Matthew Perry an einer Ketamin-Überdosis. Es gab mehrere Drogenlieferanten - ein weiterer muss nun ins Gefängnis.

weiterlesen...