Es könnte der letzte Versuch sein, den vor Timmendorfer Strand auf Grund liegenden Buckelwal zu befreien: Ein großer Saugbagger wurde auf den Weg gebracht, wie Carsten Mannheimer von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd der Nachrichtenagentur dpa sagte. Er soll eine Rinne in den Sand vor dem Kopf des Wals graben. So müsse sich das Tier nicht drehen, um wegkommen zu können, erklärte Mannheimer. Ob der Bagger heute noch oder erst morgen zum Einsatz kommt, war zunächst noch unklar. Anders als in den Tagen zuvor war am Mittwoch kein regelmäßiges Brummen des Wals mehr zu hören. Experten hatten auch von Hautveränderungen im Zuge der Strandung gesprochen. Nach Einschätzung von Experten des Deutschen Meeresmuseums sind die Überlebenschancen gering: «Der Gesundheitszustand des Wals ist besorgniserregend, sowohl seine Haut als auch den Allgemeinzustand betreffend», hieß es am Dienstag schon. Messungen haben ergeben, dass der vor dem Ortsteil Niendorf liegende Buckelwal größer ist als zunächst angenommen: Er sei wohl zwischen 12 und 15 Metern lang und wiege geschätzt rund 15 Tonnen, sagte Joseph Schnitzler vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW). Bei einem so massiven Tier ist es umso schwieriger, es wieder in tieferes Wasser zu bringen. Anders als in der Nordsee gibt es in der Ostsee auch keine deutliche Tide, die den Wal wieder in tieferes Wasser spülen könnte. Der Buckelwal war Montagmorgen auf der Sandbank entdeckt worden. Am Dienstag war ein Rettungsversuch mit einem kleinen Saugbagger gescheitert. «Leider hat sich herausgestellt, dass der Sand zu fest ist», erklärte ITAW-Walexpertin Stephanie Groß. Zuvor waren bereits andere Versuche fehlgeschlagen. Zwar gelang es, den Wal in Richtung der tieferen Fahrrinne zu drehen, frei kam er aber nicht. Auch Versuche, mit Polizeibooten Wellen zu machen, damit sich der Wal freischwimmen kann, brachten nichts. Um den Wal nicht weiter zu stressen, waren die Versuche dann zunächst abgebrochen worden. Doch auch die Hoffnung, dass sich das Tier mit dem Hochwasser in der Nacht zu Dienstag freischwimmen kann, erfüllte sich nicht. Etwa hundert Meter vor der Seebrücke, neben der der Wal gestrandet ist, stehen Absperrungen und Polizei. Auf der Ostsee zeigen sich am Mittwoch weiße Schaumkronen. Es ist stürmisch, eiskalt und regnerisch - vermutlich deshalb sind nur wenige Schaulustige hinter den Absperrungen zu sehen. Etwa jede Minute ist zu sehen, wie der Wal atmet und eine kleine Fontaine von seinem Kopf in die Höhe spritzt. Sein Rücken ragt aus dem Wasser, hin und wieder lassen sich Seevögel nieder, die dem Wal etwas vom Rücken picken. Buckelwale können nach Expertenangaben bis zu etwa 30 Tonnen Gewicht erreichen und haben eine Lebenserwartung von bis zu 90 Jahren. Kennzeichnend für die Art sind die langen, Flipper genannten Brustflossen, die ein Drittel der Körperlänge erreichen.Größer als zunächst angenommen
Nicht der erste Rettungsversuch
Vögel lassen sich auf Wal nieder
Bildnachweis: © Marcus Brandt/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Letzter Rettungsversuch? Saugbagger soll Wal befreien
Schon seit Montag liegt ein Buckelwal vor Timmendorfer Strand. Alle bisherigen Rettungsversuche sind gescheitert. Nun soll großes Gerät helfen.
Meistgelesene Artikel
- 23. Juni 2026
Polizei schießt am Frankfurter Hauptbahnhof auf Mann
Passanten hören Schüsse, ein Mann liegt verletzt am Boden. Am Abend teilt das Landeskriminalamt Hessen mit: Der Angeschossene hatte zuvor einen Polizisten mit einem spitzen Gegenstand verletzt.
- 16. Juni 2026
Jugendlicher stellt sich nach Schuss auf Polizisten
Bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen zwei Großfamilien wird in Göttingen ein Polizist schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter ist zunächst auf der Flucht - dann aber stellt er sich.
Am Donnerstag war es bereits heiß, der Freitag legt noch eine Schippe drauf. Wo es wie warm wird - und für wen das besonders kritisch ist.
Neueste Artikel
- 14. Juli 2026
Artemis-Crew dankt europäischen Ingenieuren
Im April begeisterte die «Artemis 2»-Crew die Welt. Die vier Astronauten machen einen Stopp in Deutschland und bedanken sich - ohne europäische Technik hätte der Flug um den Mond nicht stattgefunden.
- 14. Juli 2026
Zwölfjähriger am Steuer auf der Autobahn 1
Ein Zwölfjähriger unternimmt eine Spritztour auf der A1 im Landkreis Cloppenburg. Nach einem Unfall flüchtet das Kind mit dem beschädigten Auto.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 14. Juli 2026
Artemis-Crew dankt europäischen Ingenieuren
Im April begeisterte die «Artemis 2»-Crew die Welt. Die vier Astronauten machen einen Stopp in Deutschland und bedanken sich - ohne europäische Technik hätte der Flug um den Mond nicht stattgefunden.
- 14. Juli 2026
Zwölfjähriger am Steuer auf der Autobahn 1
Ein Zwölfjähriger unternimmt eine Spritztour auf der A1 im Landkreis Cloppenburg. Nach einem Unfall flüchtet das Kind mit dem beschädigten Auto.

