5. August 2025 / Aus der Welt

Häftling mit aktivem Herzgerät in den USA hingerichtet

Mit einer Spritze ist in den USA ein Häftling getötet worden. Davor hatte es eine Debatte um seinen Herzschrittmacher gegeben.

Eine Todeszelle in den USA in Texas. In Tennessee wurde ein Häftling hingerichtet. (Archivbild)
Veröffentlicht am 5. August 2025 um 21:07 Uhr

Ein verurteilter Mörder ist in den USA trotz Bedenken zu einem implantierten Herzgerät hingerichtet worden - ohne dass dieses vorher ausgeschaltet wurde. Ein Vertreter der Gefängnisverwaltung im Bundesstaat Tennessee sagte, dass der Häftling eine Spritze bekam und um 10.43 Uhr (Ortszeit) sei er für tot erklärt worden. 

Der Mann war zum Tode verurteilt worden, weil er in den 1980er Jahren nach US-Medienberichten seine damalige Freundin und ihre zwei kleinen Töchter umgebracht hatte. Die Opferfamilie ließ eine Erklärung verlesen, in der es hieß, dass man nun erleichtert sei. Man habe nie eine Entschuldigung erhalten. US-Reporterinnen, die den Verlauf bis zu seinem Tod mitverfolgten, berichteten, der Häftling habe über starke Schmerzen geklagt.

Gerät war Herzschrittmacher und Defibrillator 

Im Vorfeld hatten die Anwälte des Häftlings laut Medienberichten Befürchtung geäußert, dass das Herzgerät, das laut «New York Times» als Herzschrittmacher und Defibrillator fungieren kann, während der Hinrichtung Stromstöße abgeben könnte, um ihn am Leben zu erhalten. Zudem brachte das Anwaltsteam demnach seine geistige Behinderung vor, um die Hinrichtung zu verhindern. Sie sprach nach der Hinrichtung von der Aushöhlung der Rechtsstaatlichkeit. 

Die Todesstrafe ist in den USA umstritten. Fortschritte in der Forensik sowie Enthüllungen über Justizirrtümer nähren Zweifel an der Unfehlbarkeit des Systems - in den vergangenen Jahren ist das Bewusstsein dafür gewachsen, dass möglicherweise auch Unschuldige exekutiert wurden. Soziale Ungleichheit und Rassismus spielen ebenfalls eine Rolle.


Bildnachweis: © Paul Buck/epa/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Neunjähriger fällt von Schlauchboot und ertrinkt in See
Aus der Welt

Trotz großem Rettungseinsatz: Für den Jungen, der an einem Strandbad in Hessen mit dem Schlauchboot unterwegs war, gab es keine Hilfe mehr.

weiterlesen...
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus der Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Gutes Wetter bei Sonnenfinsternis und Sternschnuppen
Aus der Welt

Klare Sicht auf das Himmelsereignis: In Deutschland erwartet der Wetterdienst meist wolkenfreien Himmel zur Sonnenfinsternis und zu den Perseiden.

weiterlesen...

Neueste Artikel

So sehen Sie König Haralds Begräbnis live
Aus der Welt

Tausende werden in Oslo erwartet, wenn König Harald beigesetzt wird. Wer dabei sein will, muss früh aufstehen. Alle anderen können den Fernseher einschalten: ARD und RTL übertragen am Mittwoch live.

weiterlesen...
Streik am Eiffelturm nach Ausschluss von Mitarbeiterinnen
Aus der Welt

Am Eiffelturm sorgt der Ausschluss weiblichen Personals während des Besuchs einer religiösen Gruppe für Aufruhr. Wie reagiert die Stadt auf diesen Vorfall?

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

So sehen Sie König Haralds Begräbnis live
Aus der Welt

Tausende werden in Oslo erwartet, wenn König Harald beigesetzt wird. Wer dabei sein will, muss früh aufstehen. Alle anderen können den Fernseher einschalten: ARD und RTL übertragen am Mittwoch live.

weiterlesen...
Streik am Eiffelturm nach Ausschluss von Mitarbeiterinnen
Aus der Welt

Am Eiffelturm sorgt der Ausschluss weiblichen Personals während des Besuchs einer religiösen Gruppe für Aufruhr. Wie reagiert die Stadt auf diesen Vorfall?

weiterlesen...