5. Mai 2026 / Aus der Welt

Hantavirus-Ausbruch auf Schiff: Was wir wissen und was nicht

Nach einem Virus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik laufen die Ermittlungen. Drei Menschen sind gestorben. Die WHO stuft das Risiko für die breite Öffentlichkeit trotzdem als gering ein.

Auf dem Schiff hat es möglicherweise einen Virusausbruch gegeben.
Veröffentlicht am 5. Mai 2026 um 17:43 Uhr

Nach einem möglichen Ausbruch des Hantavirus auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind drei Menschen gestorben, darunter auch ein deutscher Passagier, wie es aus dem Auswärtigen Amt hieß. Viele Fragen sind offen. Was wir wissen – und was nicht: 

Was wir wissen

  • Es gibt mehrere Hantavirus-Verdachtsfälle, es handelt sich um Menschen, die alle an Bord des Kreuzfahrtschiffes «Hondius» waren. Das Schiff war unterwegs von Argentinien nach Kap Verde. 
  • Drei Passagiere sind gestorben: Ein deutscher Staatsangehöriger starb laut dem Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions am Sonntag, zuvor im April starb bereits ein niederländisches Ehepaar – der Mann an Bord und die Frau auf ihrer Heimreise. 
  • Bei der Frau wurde nach Angaben der Reederei eine Variante des Hantavirus nachgewiesen, bei den übrigen Todesfällen ist ein Zusammenhang mit dem Hantavirus bislang noch nicht bestätigt.
  • Ein weiterer Passagier ist laborbestätigt am Hantavirus erkrankt; er wird auf einer Intensivstation in Johannesburg behandelt.
  • Zwei Crewmitglieder (ein Brite und ein Niederländer) zeigen Atemwegssymptome. Bei ihnen ist das Hantavirus nicht bestätigt.
  • Die WHO stuft die Todesfälle und weitere Erkrankungen (außer dem bestätigten Fall) als Verdachtsfälle ein. Eine epidemiologische Untersuchung läuft.
  • Die WHO schätzt das Risiko für die breite Öffentlichkeit als gering ein, Reisebeschränkungen werden nicht empfohlen. 
  • Ein Ausbruch auf einem Schiff gilt als ungewöhnlich, da Infektionen typischerweise über Kontakt zu Nagetieren erfolgen. Diese scheiden die Viren mit ihrem Kot, Urin oder Speichel aus. 
  • Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten. 
  • Erkrankungen können laut WHO schwer verlaufen, sind aber in Deutschland selten. 
  • Die knapp 150 Menschen an Bord des Schiffs werden laut Reederei nicht am ursprünglich geplanten Zielort Kap Verde an Land gehen können. Für drei Menschen ist eine medizinische Evakuierung geplant. Das Schiff könnte dann mit den Passagieren an Bord Kurs auf die Kanaren nehmen. Dies sei aber noch nicht gesichert, erklärte Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions.

Was wir nicht wissen

  • Unklar ist, ob tatsächlich alle drei Todesfälle durch das Hantavirus verursacht wurden.
  • Wie sich die laborbestätigt am Hantavirus Erkrankten angesteckt haben, ist unklar. Und auch, wie dies bei den weiteren möglichen Fällen passiert sein könnte. 
  • Auch offen ist, ob es weitere Infektionen unter Passagieren oder der Crew gibt. Bislang gebe es keine weiteren Personen, die Symptome zeigten, erklärte die Reederei.
  • Zur Stimmung unter den Menschen an Bord gibt es kaum gesicherte Erkenntnisse. Der Schiffsbetreiber erklärt, die Stimmung sei «ruhig» und die Passagiere seien «insgesamt gefasst». 
  • Offen war zudem, wann und wie es für die an Bord verbliebenen Passagiere und die Crew genau weitergeht. Das Schiff befand sich zuletzt vor seinem Zielhafen auf Kap Verde. Eine laut Betreiber erwogene Weiterfahrt in Richtung der Kanarischen Inseln war zunächst nicht gesichert.

Bildnachweis: © Arilson Almeida/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

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