16. November 2025 / Aus der Welt

«Heute gewinnt Ecuador»: Chef der Los-Lobos-Bande gefasst

In Ecuador soll «Pipo» für 400 Morde verantwortlich sein. Der Bandenchef täuschte seinen Tod vor, setzte sich unter falscher Identität nach Spanien ab und baute dort einen Drogenhändlerring auf.

Los Lobos ist eine der mächtigsten Gangs Ecuadors und in den Schmuggel von Kokain in die Vereinigten Staaten und Europa verwickelt. (Archivbild)
Veröffentlicht am 16. November 2025 um 15:55 Uhr

Der Anführer des ecuadorianischen Verbrechersyndikats Los Lobos ist in Spanien festgenommen worden. Wilmer Geovanny Chavarría Barré alias «Pipo» sei bei einem gemeinsamen Einsatz der Ermittlungsbehörden von Spanien und Ecuador gefasst worden, teilte der ecuadorianische Innenminister John Reimberg mit. Chavarría Barré sei der gefährlichste Verbrecher der Region und für mindestens 400 Morde verantwortlich. 

Der Chef von Los Lobos habe 2021 seinen eigenen Tod vorgetäuscht, sich in Venezuela eine neue Identität verschafft, dann einen kolumbianischen Pass beantragt und sei 2022 schließlich nach Spanien eingereist, um dort seine kriminellen Aktivitäten fortzusetzen, teilte Reimberg mit. Er habe einen Drogenhändlerring mit Verbindungen nach Deutschland, Italien und die Niederlande aufgebaut und Beziehungen zu kolumbianischen und mexikanischen Drogenkartellen unterhalten. 

Ecuadors Präsident Daniel Noboa feierte den gemeinsamen Ermittlungserfolg auf der Nachrichtenplattform X. «Um das transnationale Verbrechen zu bekämpfen, ist weltweite Kooperation notwendig», schrieb er. «Heute ist die Mafia auf dem Rückzug. Heute gewinnt Ecuador.» 

Los Lobos ist eine der mächtigsten Gangs des südamerikanischen Landes und in den Schmuggel von Kokain in die Vereinigten Staaten und Europa verwickelt. Die US-Regierung erklärte das Verbrechersyndikat im September zu einer ausländischen Terrororganisation. Noboa deklarierte die Gang gemeinsam mit anderen kriminellen Gruppen als nicht-staatliche Kriegspartei, die auszuschalten sei.

Das einst relativ sichere Ecuador steckt in einer schweren Sicherheitskrise. Die Zahl der Morde stieg nach Angaben der Beobachtungsstelle für organisiertes Verbrechen im ersten Halbjahr 2025 um 47 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf den höchsten Wert in der jüngeren Geschichte des Landes. Mehrere Gangs kämpfen um die Kontrolle des lukrativen Drogengeschäfts.


Bildnachweis: © Marcus Brandt/dpa
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