21. Januar 2026 / Aus der Welt

In Berlin, Essen und Hamburg fließt der Verkehr am zähesten

In den meisten großen Städten floss der Verkehr 2025 schlechter, und auch in Zukunft müssen Autofahrer viel Geduld mitbringen. Das liegt auch an Arbeitskultur und Mieten.

In Berlin war die Staubelastung vergangenes Jahr am höchsten. (Archivbild)
Veröffentlicht am 21. Januar 2026 um 04:00 Uhr

In keiner anderen großen Stadt bremsten Staus den Verkehr im vergangenen Jahr so stark wie in Berlin. Das geht aus Zahlen des Verkehrsdatenspezialisten TomTom hervor. Betrachtet man den weiteren Stadtbereich, floss der Verkehr dort im Schnitt 40 Prozent langsamer, als er das bei freier Fahrt täte. Das zweithöchste Staulevel der 29 untersuchten Städte gibt es in Essen und Hamburg mit je 39 Prozent. Kassel und Karlsruhe am anderen Ende der Skala kommen dagegen nur auf 23 Prozent. 

In den allermeisten Städten stieg das Staulevel vergangenes Jahr an. In Berlin um ganze sieben Prozentpunkte, in Bremen sogar um neun. Die Hansestadt sprang damit auf Rang 6 im Ranking. Auch in Dresden und Leipzig verschlechterte sich die Situation mit Anstiegen um je sieben Punkte deutlich. Klar sinkende Werte gab es dagegen nur in zwei Städten: Kiel mit minus drei Prozentpunkten und Bochum mit minus fünf. 

Der Verkehr wird dichter

In den Ballungsräumen und Metropolregionen führten Pendlerverkehr aus dem Umland, eine hohe Fahrzeugdichte sowie begrenzte Kapazitäten im Straßenraum zu dauerhaftem Verkehrsdruck, heißt es von TomTom. Doch auch in mittelgroßen Städten sei eine zunehmende Verdichtung des Verkehrs zu beobachten.

Als einen zentralen Treiber für die Verschärfung sieht man bei TomTom den langsamen Rückzug des Homeoffice. Viele Unternehmen setzen wieder stärker auf Präsenzarbeit. Dadurch gebe es mehr Pendlerverkehr, insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten.

Stadtflucht und SUVs verstärken das Problem

Ein anderer Faktor ist für die Experten die Stadtflucht. Weil Beschäftigte wegen hohen Mieten und dem Mangel an Wohnraum in den Städten ins Umland zögen, müssten sie weitere Strecken zurücklegen - und dabei häufiger das Auto nutzen. Auch das sorge für mehr Verkehr. Als dritten Treiber nennt TomTom zudem den weiter gewachsenen Fahrzeugbestand mit einem zunehmenden Anteil größerer Fahrzeuge wie SUVs, die schlicht mehr Platz auf den Straßen brauchen. 

Gleichzeitig gebe es mehr sanierungsbedürftige Straßen und Baustellen, heißt es. Ein Effekt, der sich auch in den kommenden Jahren verstärken dürfte. Auch 2026 müssten sich die Autofahrer daher auf lange Staus einstellen. 

Es kommt auf die Messung an

TomTom hat allerdings nicht nur in den weiteren Stadtbereichen, sondern auch für den engeren Bereich rund um die Innenstädte gemessen. Dabei ergibt sich ein abweichendes Bild. Nürnberg führt dieses Belastungsranking mit 50 Prozent Verzögerung an, gefolgt von Hamburg mit 49 und Leipzig mit 48. Berlin liegt hier nur auf Rang sieben. Das Bild, dass die Belastung steigt, zeigt sich allerdings auch hier eindeutig.


Bildnachweis: © Soeren Stache/dpa/ZB
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