Knapp jeder dritte Kunde der Tafeln in Deutschland ist ein Kind. Insgesamt nutzen 1,5 Millionen Menschen den Angaben zufolge das Angebot der mehr als 970 Lebensmittel-Ausgaben. Davon sind etwa 20 Prozent im Alter von mehr als 63 Jahren und knapp 30 Prozent Kinder. «Vor allem die Anzahl der Kinder ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, was uns Sorge bereitet», sagte Andreas Steppuhn, Vorsitzender von Tafel Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur.Die Abgabe von Lebensmitteln bei den Tafeln erfolgt unentgeltlich oder gegen einen geringen Kostenbeitrag. Ihre Lage bleibt angespannt: «Die gestiegenen Lebenshaltungskosten durch hohe Mieten und hohe Lebensmittelpreise sorgen dafür, dass das Geld für viele immer knapper wird.» Und: «Immer noch ein Drittel aller Tafeln haben Wartelisten oder Aufnahmestopps.» Im zu Ende gehenden Jahr seien in Deutschland etwa 265.000 Tonnen Lebensmittel von den Tafeln «gerettet» worden. «Runtergerechnet sind das 500 Kilogramm Lebensmittel pro Minute. Das entspricht beispielsweise 500 Kartons Milch, die pro Minute gerettet werden, und die sonst im Müll landen würden», erklärte die Tafel Deutschland. Bei den deutschen Tafeln waren im zu Ende gehenden Jahr 77.000 Menschen im Einsatz, davon 72.000 im Ehrenamt. «Das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Das stimmt uns sehr hoffnungsvoll, bedeutet allerdings trotzdem nicht, dass die Tafeln genug Helferinnen und Helfer haben», sagte Steppuhn. Für das Jahr 2026 wünscht sich die Hilfsorganisation, dass die «Politik wieder die Menschen und das Miteinander in den Fokus rückt», so der Vorsitzende. «Wir brauchen lösungsorientierte sozialpolitische Maßnahmen, die sich wirklich um gesellschaftliche Gerechtigkeit bemühen.» Dazu gehörten armutsfeste Löhne, armutsfeste Renten und Sozialleistungen und Maßnahmen gegen hohe Mietkosten: «Mit Blick auf die Lebensmittelrettung hoffen wir endlich auf ein Gesetz, das dafür sorgt, dass es günstiger ist, Lebensmittel zu spenden, statt sie wegzuwerfen.»Im Jahr 2025 wurden 265.000 Tonnen Lebensmittel «gerettet»
In diesem Jahr bemühten sich die Tafeln eigenen Angaben zufolge darum, Lebensmittel direkt bei den Herstellern zu bekommen. Denn: Aus Landesverbänden sei berichtet worden, dass der Einzelhandel auch durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) deutlich genauer ordern könne, so dass kaum Lebensmittel übrig blieben.Die Politik soll wieder die «Menschen in den Fokus» rücken
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Knapp jeder dritte Tafelkunde ist ein Kind
Rund 500 Kilogramm Lebensmittel landen pro Minute bei den Tafeln statt im Müll. Immer mehr Kinder sind auf die Angebote angewiesen. Was sich die Helfer jetzt von der Politik wünschen.
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