20. Oktober 2025 / Aus der Welt

Nach Kunstraub im Louvre: Frankreich prüft Museumsschutz

Kostbare Schmuckstücke gestohlen, Fragen zum Schutz bleiben: Frankreich diskutiert nach dem Kunstraub im Louvre über Versäumnisse in der Museumssicherheit.

Der Louvre blieb für Besucher weiter geschlossen.
Veröffentlicht am 20. Oktober 2025 um 15:13 Uhr

Nach dem spektakulären Diebstahl im Pariser Louvre kommt in Frankreich die Sicherheit der Museen im ganzen Land auf den Prüfstand. Innenminister Laurent Nuñez wies die Polizeichefs landesweit an, die Sicherheitsvorkehrungen rund um Museen und Kulturstätten zu überprüfen. Wo nötig, sollten diese verstärkt werden, teilte das Innenministerium mit.

Nach dem Einbruch in das berühmte Museum am Sonntag stellten das Innen- und Kulturministerium bei einer Sitzung die Arbeit der Polizei auf den Prüfstand um festzustellen, was funktioniert hat und wo es Versäumnisse gab. Die Fahndung nach den vier Dieben und ihrer Beute lief unterdessen weiter auf Hochtouren.

Täter kamen über den Balkon

Die Maskierten hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft am Sonntag einen mit einer Hebebühne ausgestatteten Lkw neben dem Museum geparkt. Während zwei der Täter auf Motorrollern an der Straße warteten, gelangten die anderen beiden mit der Hebebühne auf einen Balkon im ersten Stock und von dort durch ein Fenster in das Museum. Die Diebe flohen mit acht kostbaren Schmuckstücken früherer Königinnen und Kaiserinnen - darunter mit Edelsteinen übersäte Diademe, Halsketten, Ohrringe und Broschen. 

Parallel zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft kündigte Kulturministerin Rachida Dati eine Verwaltungsuntersuchung an. 40 Jahre lang seien Sicherheitsvorkehrungen in kulturellen Einrichtungen vernachlässigt worden, sagte Dati dem Sender M6. «Hat sich jemand Gedanken über die Sicherheitsvorkehrungen dieser kulturellen Einrichtungen gemacht? Ich glaube nicht.» Man habe sich viel um die Sicherheit der Öffentlichkeit gekümmert, aber weniger um die Sicherheit der Werke. Dieser Rückstand müsse aufgeholt werden.

Museumsbesucher vor verschlossenen Türen

Am Tag nach dem Einbruch blieb der Louvre für Besucher anders als zunächst angekündigt weiter geschlossen. Wer einen Besuch gebucht habe, erhalte eine Rückerstattung, teilte der Louvre mit. Nach dem Kunstraub am Sonntagmorgen war das Museum evakuiert und für den Rest des Tages geschlossen worden.

Dass die Einbrecher derart einfach in den Louvre gelangen konnten, sorgt für Kopfschütteln und Verwunderung. Das Kulturministerium begegnete der Kritik mit einer Stellungnahme: «Die Alarmanlagen am Außenfenster der Apollon-Galerie sowie an den beiden betroffenen Vitrinen wurden ausgelöst», stellte die Behörde klar. Außerdem hätten «zum Zeitpunkt des besonders schnellen und brutalen Einbruchs» fünf Museumsmitarbeiter sofort eingegriffen.

Personal schlug Täter in die Flucht

«Dank der Professionalität und der schnellen Reaktion der Mitarbeiter des Louvre konnten die Täter in die Flucht geschlagen werden und ließen ihre Ausrüstung sowie eines der gestohlenen Objekte zurück, nämlich die Krone der Kaiserin Eugénie, deren Zustand derzeit untersucht wird», teilte das Ministerium mit.


Bildnachweis: © Emma Da Silva/AP/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Polizei schießt am Frankfurter Hauptbahnhof auf Mann
Aus der Welt

Passanten hören Schüsse, ein Mann liegt verletzt am Boden. Am Abend teilt das Landeskriminalamt Hessen mit: Der Angeschossene hatte zuvor einen Polizisten mit einem spitzen Gegenstand verletzt.

weiterlesen...
Hitze und Fußball führen zu Stromausfall in Rüsselsheim
Aus der Welt

Fernseher laufen wegen der WM-Übertragung, Ventilatoren und Klimaanlagen wegen der Hitze. In Rüsselsheim ging deswegen bei vielen Menschen das Licht aus.

weiterlesen...
Leichen von zwei Männern nach Sprung in Bodensee entdeckt
Aus der Welt

Trotz Tauchern, Hubschrauber und Sonar: Zwei Senioren sind nach einem Sprung ins Wasser im Bodensee ertrunken. Wie riskant Baden bei der Hitze werden kann, zeigt ein Blick auf weitere Fälle.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Fall in Stade: Auflagen für Verdächtigen endeten vor Tod
Aus der Welt

Ein Mann soll sechs Menschen erschossen haben, dann stirbt er selbst im Gefängnis. Wie konnte das passieren? Erste Erkenntnisse zu einer fatalen Entscheidung im Gefängnis.

weiterlesen...
Ungewöhnliches System dreier Himmelskörper entdeckt
Aus der Welt

Die Abgrenzung zwischen Stern, Planet und Mond wird bei einem neu entdeckten System schwierig. Brauchen Astronomen eine neue Kategorie für Himmelskörper?

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Fall in Stade: Auflagen für Verdächtigen endeten vor Tod
Aus der Welt

Ein Mann soll sechs Menschen erschossen haben, dann stirbt er selbst im Gefängnis. Wie konnte das passieren? Erste Erkenntnisse zu einer fatalen Entscheidung im Gefängnis.

weiterlesen...
Ungewöhnliches System dreier Himmelskörper entdeckt
Aus der Welt

Die Abgrenzung zwischen Stern, Planet und Mond wird bei einem neu entdeckten System schwierig. Brauchen Astronomen eine neue Kategorie für Himmelskörper?

weiterlesen...