11. September 2026 / Aus der Welt

Busunfall bei Baustelle: Fünf Tote in der Schweiz

Ein Reisebus voller Urlauber verunglückt nahe dem Schweizer Nationalpark. Was die Polizei über den dramatischen Unfall und den Rettungseinsatz berichtet.

Der Bus war mit einer Leitplanke kollidiert und umgekippt.
Veröffentlicht am 11. September 2026 um 14:21 Uhr

Fünf Menschen sind bei einem schweren Reisebusunfall in der Schweiz ums Leben gekommen. Die 40 anderen Personen an Bord wurden verletzt, 3 von ihnen schwer, wie die Kantonspolizei Graubünden mitteilt. Der Reisebus aus den Niederlanden verunglückte am Donnerstagspätnachmittag. 

Angaben zur Unglücksursache machte die Polizei nicht. «Die Staatsanwaltschaft Graubünden klärt gemeinsam mit der Kantonspolizei die Umstände ab, die zum Unfall (...) geführt haben», hieß es lediglich. Die Polizei erwähnt kein anderes Auto, das in den Unfall involviert gewesen sein könnte. Nach Polizeiangaben gab es keine Hinweise, dass Deutsche an Bord waren. 

Unfall im Baustellenbereich

Die Unfallstelle befindet sich in der Nähe von Susch an der Ausfahrt einer etwa 200 Meter langen Baustelle. Wie Reporter der Zeitung «Blick» bei einer Durchfahrt zeigen, wird der Verkehr dort einspurig an den Bauarbeiten vorbeigeführt. Der Gegenverkehr muss an einer Ampel warten. Der Bus kann also nicht mit großer Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein. 

Bei der Ausfahrt aus der Baustelle müssen Fahrer leicht nach links auf die ursprüngliche Fahrbahn ziehen. Genau an der Stelle ist der Bus verunglückt. Neben der Fahrbahn ist die völlig verbogene Leitplanke zu sehen, mit der der Bus nach Polizeiangaben kollidiert war. Er stürzte dann rechts über eine kleine Böschung und blieb auf der Seite liegen. 

Die Unfallstelle war in einem langen Nachteinsatz geräumt worden. Der verbeulte Bus mit aufgesprungenen Türen wurde von Kränen auf ein Abschleppauto gehievt. Abgesehen von der verbeulten Leitplanke und einer Gepäckklappe, die von dem Bus stammen könnte, zeugten am Morgen nach dem Unfall nur noch Stifte, Zettel oder Bonbons von dem Unfall, die bei der Wucht des Umsturzes aus dem Bus gefallen sein müssen. 

Ehefrau: Fahrer unter Schock

Das Portal «20 Minuten» sprach nach eigenen Angaben vor Ort mit der Ehefrau des Fahrers. Nach ihren Angaben wurde er nicht schwer verletzt, stehe aber unter Schock. Ihr Mann fahre regelmäßig in der Region und habe die Strecke deshalb gut gekannt, sagte sie nach Angaben des Portals. Die Reisegruppe sei in Österreich gewesen und habe einen Tagesausflug in die Schweiz gemacht.

Die Tour führte in die bekannte Tourismusregion Engadin. Der Bus war auf dem Weg nach Susch, nahe am Schweizer Nationalpark und am Fuß des 2.383 Meter hohen Flüelapasses. Der niederländische Reiseveranstalter Oad äußerte sich bestürzt über das Unglück: «Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen und ihren Angehörigen.»

Vor Ort war bis spät in die Nacht ein Großaufgebot von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr im Einsatz, unter anderem mit Hubschraubern.

Lückenlose Aufklärung versprochen

Der Schweizer Präsident Guy Parmelin hatte am Abend eine umfassende und gründliche Aufklärung des Unfalls versprochen. Er sprach den Angehörigen der Opfer auf der Plattform X sein Mitgefühl aus. Das niederländische Königspaar Willem-Alexander und Maxima reagierte bestürzt. «Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen, allen, die derzeit in Sorge um das Schicksal ihrer Angehörigen sind, sowie den Verletzten», teilte das Paar auf Instagram mit.


Bildnachweis: © Jason Tschepljakow/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Beispiellos: Entsetzen nach gescheiterter Hinrichtung
Aus der Welt

Die Hinrichtung von Christa Pike endet im Chaos: Augenzeugen berichten von einer beispiellosen gescheiterten Hinrichtung. Weitere Hinrichtungen sind in US-Bundesstaat Tennessee vorerst gestoppt.

weiterlesen...
Adipositas in jungen Jahren: Sind Abnehmspritzen die Lösung?
Aus der Welt

Bei einigen Kindern mit extremem Übergewicht haben die üblichen Therapieansätze keinen Erfolg. GLP-1-Medikamente können ihnen helfen, den Hunger zu bremsen, allerdings sind die Langzeitfolgen unklar.

weiterlesen...
Tödliche Bärenangriffe in Russland - Ermittler schreiten ein
Aus der Welt

Seit Wochen gibt es Berichte über Angriffe von Bären in verschiedenen Regionen Russlands. In einem Gebiet beklagen Behörden sechs Todesfälle - und erheben Vorwürfe.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Wie ein Arzt spricht, kann übers Patientenwohl entscheiden
Aus der Welt

Zwei Stunden im Wartezimmer, nur zwei Minuten beim Arzt: Menschen haben nach einem Arztbesuch oft das Gefühl, ihre Sorgen gar nicht richtig losgeworden zu sein. Mangel an Gespräch kann aber schaden.

weiterlesen...
«Entsetzlich»: Neun Tote nach Schüssen in Pennsylvania
Aus der Welt

Nach einem Schusswaffenvorfall im US-Bundesstaat Pennsylvania bleiben die Hintergründe unklar - doch es gibt erste Vermutungen. Unter den Opfern sind auch zwei Kinder und eine schwangere Frau.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Wie ein Arzt spricht, kann übers Patientenwohl entscheiden
Aus der Welt

Zwei Stunden im Wartezimmer, nur zwei Minuten beim Arzt: Menschen haben nach einem Arztbesuch oft das Gefühl, ihre Sorgen gar nicht richtig losgeworden zu sein. Mangel an Gespräch kann aber schaden.

weiterlesen...
«Entsetzlich»: Neun Tote nach Schüssen in Pennsylvania
Aus der Welt

Nach einem Schusswaffenvorfall im US-Bundesstaat Pennsylvania bleiben die Hintergründe unklar - doch es gibt erste Vermutungen. Unter den Opfern sind auch zwei Kinder und eine schwangere Frau.

weiterlesen...