Die Schlagersängerin Melanie Müller (37) bestreitet weiter vehement, bei einem Konzert den Hitlergruß gezeigt zu haben. Zu Beginn eines Berufungsprozesses am Landgericht Leipzig erklärte ihr Anwalt, die Geste sei zum Anfeuern des Publikums gedacht gewesen und habe keine politische Aussagekraft. Auch den Vorwurf des Drogenbesitzes ließ die frühere RTL-Dschungelkönigin zurückweisen. Ihre Verteidigung will einen Freispruch erreichen. Für den Prozess sind noch zwei Termine im Januar geplant. Es geht um ein Konzert in der Nacht vom 17. auf den 18. September 2022 in Leipzig. Dort soll die Schlagersängerin den Hitlergruß gezeigt haben. Zu «Ost, Ost, Ostdeutschland»-Rufen soll sie achtmal den Arm in die Höhe gereckt haben. Zudem soll sie einen anderen Mann ermuntert haben, den Gruß ebenfalls zu zeigen und weitere Anwesende ihr mit «Heil-Rufen» zu antworten. Ermittler hatten außerdem im August 2023 bei einer Durchsuchung von Müllers Wohnung 0,69 Gramm Kokaingemisch und eine Ecstasy-Tablette entdeckt. Müller hatte sich nach Bekanntwerden der Ermittlungen von rechtsradikalen Äußerungen distanziert. In einem Instagram-Video erklärte sie, sie sei «bestürzt und empört». «Ich möchte mich von derartigen Personen und Gedankengut klar und deutlich distanzieren und verurteile dieses auch aufs Schärfste.» Mit Nazis und Rechtsradikalen habe sie nichts zu tun. Im Landgericht Leipzig erklärte sie, dass sie das Konzert abgebrochen habe, als ihr bewusst geworden sei, was dort gerufen wurde. Wenn sie im Osten auftrete, werde häufig «Ost, Ost, Ostdeutschland» gerufen. «Das hat ja mit keiner Gesinnung was zu tun», sagte sie. Die strittige Geste mache sie schon seit 2014, «selbst bei Schlagerauftritten». Sie sei bei dem Auftritt außerdem «stark alkoholisiert» gewesen. «Ich habe wirklich nicht mehr viel mitgekriegt an diesem Tag oder an diesem Abend.» Zum Vorwurf des Besitzes von Betäubungsmitteln hatte die Schlagersängerin über ihren Anwalt erklären lassen, dass die Drogen einer Freundin gehörten, die sie kurz zuvor besucht hatte. Sie habe gewusst, dass diese Bekannte konsumiere. Die Frau habe die Handtasche zurückgelassen, in der Drogen gefunden worden waren. Das Amtsgericht Leipzig hatte Müller im August 2024 wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen sowie wegen Drogenbesitzes zu einer Gesamtgeldstrafe von 160 Tagessätzen zu je 500 Euro, also 80.000 Euro, verurteilt. Bei dem Strafmaß war der Richter am Amtsgericht deutlich über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinausgegangen. Diese hatte 95 Tagessätze à 60 Euro gefordert – also 5.700 Euro. Die Verteidigung hatte auf Freispruch in beiden Anklagevorwürfen plädiert und Berufung gegen das Urteil eingelegt. Müller hatte in dem Verfahren vor dem Amtsgericht gesagt, dass sie bis zu dem Vorfall zahlreiche Auftritte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und auf Mallorca gehabt hatte. «Jetzt habe ich nur noch auf Mallorca Auftritte. Alles andere ist weg», hatte sie erklärt. Ihr Anwalt bekräftigte, dass sie das seit zwei Jahren laufende Verfahren belaste. Da sie keine konkreten Angaben zu ihrem Einkommen machte, wurde dieses damals auf 15.000 Euro monatlich geschätzt. Der Amtsrichter hatte ihr einen «auffällig luxuriösen Lebensstil» bescheinigt. Im Berufungsprozess will sich Müller diesmal äußern, welche Einkünfte sie hat. Müller wurde im sächsischen Oschatz geboren. Ihren Beruf gab sie im Landgericht mit «Künstlerin» an. 2014 gewann sie die achte Staffel der RTL-Dschungelshow «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» und war danach noch in zahlreichen TV-Formaten zu sehen. Als Schlagersängerin singt sie auf Mallorca und tritt bei gebuchten Veranstaltungen auf.Wie lauten die Vorwürfe?
Was sagt Müller dazu?
Wie lautete das Urteil des Amtsgerichts?
Richter hatte Einkommen geschätzt: «Auffällig luxuriöser Lebensstil»
Bildnachweis: © Jennifer Brückner/dpa
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Sängerin Melanie Müller weist Hitlergruß-Vorwurf zurück
Melanie Müller steht erneut vor Gericht: Die Schlagersängerin wehrt sich gegen eine Verurteilung wegen Zeigens des Hitlergrußes und Drogenbesitzes. Kann alles ganz harmlos gewesen sein?
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