28. Februar 2026 / Aus der Welt

Mindestens 20 Tote bei Flugzeugunglück in Bolivien

Ein mit Geldscheinen beladenes Militärflugzeug kommt in El Alto von der Piste ab. Am Unglücksort kommt es zu chaotischen Szenen und Plünderungen. Das Geld sei aber wertlos, heißt es.

Am Unglücksort kommt es zu Plünderungsversuchen.
Veröffentlicht am 28. Februar 2026 um 15:18 Uhr

Bei einem Flugzeugunglück in Bolivien sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Darunter sei auch ein Neugeborenes, teilte die Generalstaatsanwaltschaft des südamerikanischen Landes mit. Die Militärmaschine der bolivianischen Luftwaffe sei bei der Landung von der Piste abgekommen und vollständig zerstört worden, berichtete unter anderem die Tageszeitung «El Deber» unter Berufung auf die Feuerwehr. Dutzende Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden. 

Wie das bolivianische Verteidigungsministerium mitteilte, transportierte das abgestürzte Flugzeug Geld. Es weise jedoch keine offizielle Nummerierung oder Seriennummer auf und habe daher keinen gesetzlichen oder kommerziellen Wert. «Das Sammeln, der Besitz oder die Verwendung dieses Geldes stellt eine Straftat dar», hieß es in der Mitteilung.

Festnahmen von Plünderern

Die Bevölkerung wurde aufgefordert, sich dem Unglücksort nicht zu nähern. Zuvor hatte sich dort eine große Menschenmenge versammelt und versucht, Geldscheine an sich zu nehmen. Einsatzkräfte setzten lokalen Medienberichten zufolge Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen. Zwölf Verdächtige wurden wegen Diebstahls festgenommen, wie die amtliche Nachrichtenagentur ABI unter Berufung auf die örtliche Staatsanwaltschaft meldete. 

Der Nationale Journalistenverband berichtete, Personen hätten Nachrichtenteams während der Berichterstattung über den Unfall mit ungewöhnlicher Gewalt angegriffen, um das transportierte Geld zu stehlen.

Wie die Zeitung «El Deber» berichtete, beschloss die Zentralbank von Bolivien die verbliebenen Banknoten zu verbrennen, um weitere Spannungen zu vermeiden. 

Ursache noch unbekannt

Nach ersten Berichten wurden auch etwa 15 Fahrzeuge am Unglücksort beschädigt oder zerstört. «Unter den betroffenen Fahrzeugen befinden sich Kleinbusse, Privatwagen und sogar ein Sattelzug, die beim Absturz des Flugzeugs in der Gegend getroffen wurden. Einige Fahrzeuge wurden zu einem Haufen Schrott zerquetscht, und unter den Trümmern befinden sich Tote», zitierte «La Razón» den nationalen Feuerwehrdirektor Pavel Tovar. 

Er schloss demnach nicht aus, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen könnte. Die Ursache des Unglücks war zunächst unbekannt.


Bildnachweis: © Juan Karita/AP/dpa
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