13. Juni 2026 / Aus der Welt

Minister will Gewalt gegen Gesundheitspersonal eindämmen

Notärzte, Pfleger und Beschäftigte in Praxen und Kliniken sind zunehmend Attacken ausgesetzt. Der CDU-Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, fordert ein genaueres Bild der Lage.

NRW-Innenminister Herbert Reul will Angriffe auf Gesundheitspersonal in der Kriminalitätsstatistik erfassen. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 13. Juni 2026 um 00:01 Uhr

Attacken gegen das Gesundheitspersonal in Deutschland sollten nach Ansicht des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul künftig gesondert in der Kriminalitätsstatistik aufgeführt werden. Der CDU-Politiker verspricht sich davon einen besseren Überblick, wie groß das Problem ist. «Die Angriffe auf Beschäftigte in Arztpraxen oder Krankenhäusern nehmen zu. Aggressionen von Patienten und ihren Angehörigen beschränken sich nicht mehr nur auf Sanitäter», sagte Reul der «Rheinischen Post». «Mittlerweile ist das Problem größer geworden. Das will ich in Zahlen abbilden.»

Ärztekammern verlangen schon länger Maßnahmen gegen Angriffe auf Retter und medizinisches Personal. Dabei ist auch von einer «Gewaltspirale» die Rede. Zum Beispiel forderte die Ärztekammer Niedersachsen eine Verschärfung des Strafrechts. «Die langfristigen Folgen von verbalen und körperlichen Angriffen haben vor allem die Attackierten zu tragen», erklärte die Kammer im März zu einem europaweiten Aktionstag gegen Gewalt im Gesundheitswesen. Neben den traumatischen Folgen für die Betroffenen sei auch die Versorgung von Patienten gefährdet, argumentiert die Kammer. «Denn im akuten Moment des Übergriffs wird die Versorgung unterbrochen und verzögert – das birgt hohe Risiken für die Patientensicherheit.»

Spezielle Trainings und Alarmknöpfe

«Erst wenn jeder versteht, wie viele Menschen davon betroffen sind, wächst die Erkenntnis über Sicherheitsmängel», sagte Reul der «Rheinischen Post». «Es ist doch Wahnsinn, wenn ein Clan-Mitglied nach einem Angriff im Milieu im Krankenhaus stirbt und dann andere Clan-Mitglieder den Laden auseinandernehmen. Das geht so nicht, das darf niemand ignorieren», so der Minister. «Mir ist aber auch klar, dass wir nicht jedes Krankenhaus mit Sicherheitsschleusen oder Polizei auf den Gängen schützen können.»

Als mögliche Maßnahmen nannte Reul spezielle Trainings wie etwa für Beschäftigte in Ausländerämtern, «wo sie lernen, keine Scheren oder andere spitze Gegenstände herumliegen zu lassen, wenn sie Kundenkontakt haben». Darüber hinaus ließe sich über Alarmknöpfe sprechen, damit Krankenhaus- oder Arztpraxen-Personal die Polizei diskret und schnell alarmieren kann.


Bildnachweis: © Jonas Walzberg/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Polizei schießt am Frankfurter Hauptbahnhof auf Mann
Aus der Welt

Passanten hören Schüsse, ein Mann liegt verletzt am Boden. Am Abend teilt das Landeskriminalamt Hessen mit: Der Angeschossene hatte zuvor einen Polizisten mit einem spitzen Gegenstand verletzt.

weiterlesen...
Hitze und Fußball führen zu Stromausfall in Rüsselsheim
Aus der Welt

Fernseher laufen wegen der WM-Übertragung, Ventilatoren und Klimaanlagen wegen der Hitze. In Rüsselsheim ging deswegen bei vielen Menschen das Licht aus.

weiterlesen...
Leichen von zwei Männern nach Sprung in Bodensee entdeckt
Aus der Welt

Trotz Tauchern, Hubschrauber und Sonar: Zwei Senioren sind nach einem Sprung ins Wasser im Bodensee ertrunken. Wie riskant Baden bei der Hitze werden kann, zeigt ein Blick auf weitere Fälle.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Fähre sinkt vor Guyana: 27 Tote und mehr als 80 Vermisste
Aus der Welt

Nach dem Unglück kündigt Präsident Ali eine umfassende Untersuchung an. Der Kapitän, der überlebt hat, wurde positiv auf Cannabis getestet.

weiterlesen...
Deutsche Bahn will Alkohol an allen Bahnhöfen verbieten
Aus der Welt

«Genug ist genug», sagt Bahnchefin Palla. Bis zum Herbst soll es auf allen Bahnhöfen verboten sein, Bier, Wein, Schnaps oder anderen Alkohol zu trinken. Die Bahn hofft auf mehr Ordnung und Sicherheit.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Fähre sinkt vor Guyana: 27 Tote und mehr als 80 Vermisste
Aus der Welt

Nach dem Unglück kündigt Präsident Ali eine umfassende Untersuchung an. Der Kapitän, der überlebt hat, wurde positiv auf Cannabis getestet.

weiterlesen...
Deutsche Bahn will Alkohol an allen Bahnhöfen verbieten
Aus der Welt

«Genug ist genug», sagt Bahnchefin Palla. Bis zum Herbst soll es auf allen Bahnhöfen verboten sein, Bier, Wein, Schnaps oder anderen Alkohol zu trinken. Die Bahn hofft auf mehr Ordnung und Sicherheit.

weiterlesen...