20. Juli 2026 / Aus der Welt

Nabu: Zahl der Störche hat sich mehr als verfünffacht

In 1980er Jahren gab es in vielen Regionen gar keine mehr. Nun geht der Naturschutzbund von 15.000 brütenden Storchenpaaren bundesweit aus. Wie es dazu kam - und wo die Storchendichte am höchsten ist.

Überflieger: Mit 15.000 Weißstorch-Brutpaaren rechnet der Nabu in dieser Saison. (Archivbild)
Veröffentlicht am 20. Juli 2026 um 13:29 Uhr

Meister Adebar im Aufwind: In Deutschland brüten laut Informationen des Naturschutzbundes Nabu so viele Weißstörche wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen dazu. Mit 15.000 Brutpaaren rechne man in dieser Saison bundesweit, teilte der Nabu mit. 

«Selbst vor 100 Jahren gab es nicht so viele Störche», sagte Bernd Petri von der Nabu-Bundesarbeitsgruppe Weißstorch. «Im Gegensatz zu vielen anderen Arten haben wir beim Storch jetzt einen guten Erhaltungszustand.»

Das sah in den 1980er Jahren noch anders aus. Damals habe es in den beiden deutschen Staaten weniger als 3.000 Brutpaare gegeben, führte der Nabu aus. In vielen Regionen seien Störche komplett verschwunden gewesen. 

Als Gründe werden Nahrungsmangel durch eine intensivierte Landwirtschaft, die Trockenlegung von Mooren und Gefahren auf den Zugwegen der Tiere genannt. Naturschutzmaßnahmen wie die Wiedervernässung von Mooren und Grünlandbewirtschaftung, die auf den Weißstorch abgestimmt sei, hätten die Wende gebracht.

Richtung Westen statt Richtung Osten

Aber auch die Störche passten sich an. Immer mehr haben ihren Zug im Herbst stark verkürzt - und ihre Überlebensrate so erhöht. «Durch Deutschland verläuft eine sogenannte Zugscheide. Östlich davon ziehen die Störche im Winter wie eh und je über den Balkan und Nahen Osten nach Afrika. Westlich der Zugscheide dagegen geht es nur noch bis Spanien», erklärte Petri. Dort fänden die Störche auf Reisfeldern und Mülldeponien reichlich Nahrung. 

«Vor 30 Jahren waren drei Viertel unserer Störche Ostzieher, heute ist das Verhältnis umgekehrt: Drei Viertel ziehen nach Westen. Der Schwerpunkt der Storchenvorkommen hat sich grob gesagt von der Elbe an den Rhein verlagert», erläutert Petri.

Storchendichte in Hessen am höchsten

Weißstörche brüten in allen Bundesländern; die meisten Brutpaare gab es im vergangenen Jahr in Niedersachsen (2.737) und Baden-Württemberg (2.602). Sechs bis sieben Paare je 100 Quadratkilometer gelten laut Nabu als eine gute Dichte. 

In Hessen gebe es die höchste Dichte: So habe etwa der Kreis Groß-Gerau 90 Storchenpaare je 100 Quadratkilometer. Weitere Hotspots liegen demnach in Mittelfranken und Oberschwaben.


Bildnachweis: © Patrick Pleul/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Dutzende Hotelgäste nach Pool-Vorfall in Spanien in Klinik
Aus der Welt

Giftige Gase im Hotelpool: Mehr als 60 Gäste, darunter Kinder und Senioren, landen nach dem Schwimmen in der Klinik. Wie konnte das passieren?

weiterlesen...
«Die Laura fehlt uns allen» - Stilles Gedenken zum Todestag
Aus der Welt

Vor einem Jahr verunglückte die Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier im Karakorum-Gebirge. Familie und Freunde begehen den Todestag in aller Stille - in Erinnerung an Dahlmeiers Lebensfreude.

weiterlesen...
Was wir über den Verdächtigen Abdul B. wissen und was nicht
Aus der Welt

Tagsüber wird beim Christopher Street Day ausgelassen gefeiert, am Abend gibt es bei einem Angriff eine Tote und viele Verletzte. Was bisher über den mutmaßlichen Täter bekannt ist.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Katamaran prallt gegen Hafenmauer - mehrere Verletzte
Aus der Welt

Kurz vor seinem Ziel stößt ein Schiff in Konstanz gegen eine Hafenmauer. An Bord gibt es Verletzte. Was das für den Schiffsverkehr auf dem Bodensee bedeutet.

weiterlesen...
Toter Buckelwal aus dem Wasser gehievt
Aus der Welt

Eine Obduktion soll Hinweise auf die Todesursache bringen. Sie findet auf einer kleinen Insel vor Stralsund statt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Katamaran prallt gegen Hafenmauer - mehrere Verletzte
Aus der Welt

Kurz vor seinem Ziel stößt ein Schiff in Konstanz gegen eine Hafenmauer. An Bord gibt es Verletzte. Was das für den Schiffsverkehr auf dem Bodensee bedeutet.

weiterlesen...
Toter Buckelwal aus dem Wasser gehievt
Aus der Welt

Eine Obduktion soll Hinweise auf die Todesursache bringen. Sie findet auf einer kleinen Insel vor Stralsund statt.

weiterlesen...