5. Juni 2026 / Aus der Welt

Nach Attacke auf Frau: Hamburger Wolf wahrscheinlich tot

Die Sendesignale des freigelassenen Wolfes reißen plötzlich ab. Das junge Tier ist wie vom Erdboden verschluckt. Die Umweltbehörde geht nicht von einem Defekt des Senders aus.

Bisher konnten weder der Wolf noch das Halsband mit seinem Sender gefunden werden. (Archivbild)
Veröffentlicht am 5. Juni 2026 um 20:54 Uhr

Vor gut zwei Monaten hat ein Wolf eine Frau in einer Hamburger Einkaufspassage verletzt - nun ist das Tier laut Umweltbehörde wahrscheinlich tot. Der junge männliche Wolf war nach der Attacke im Stadtteil Altona in der Innenstadt eingefangen und bei seiner Auswilderung mit einem Sender versehen worden. 

Die automatisierten Sendedaten des Ortungshalsbandes liegen laut dem Behördensprecher bis Ende Mai vor. Dann sei das Signal abgerissen. «Die verwendeten Sender sind technisch äußerst verlässlich und erprobt; ein Defekt oder ein herkömmlicher Verlust des Halsbandes wird nach so kurzer Laufzeit als unwahrscheinlich eingeschätzt», sagte er. 

Umfangreiche Suchaktionen blieben erfolglos

Umfangreiche Suchaktionen nach dem jungen Wolf seien erfolglos geblieben. «Es konnten bislang weder das Tier noch der Sender lokalisiert werden», so der Sprecher. «Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse ist der Tod des Tieres wahrscheinlich.» Zuvor hatte der NDR berichtet. 

Vor dem Zwischenfall war der Wolf tagelang durch Hamburg geirrt. Nach der Attacke lief er durch die Innenstadt und sprang in die Binnenalster, wo ihn die Polizei einfangen konnte. Er wurde in eine Wildtierstation nach Sachsenhagen im niedersächsischen Landkreis Schaumburg gebracht und Anfang April im südlichen Stadtgebiet von Hamburg wieder ausgewildert. 

Anschließend habe sich der Wolf unauffällig in einem festen Revier in einem ländlichen Bereich in Niedersachsen, über 150 Kilometer weit weg von Hamburg, niedergelassen, teilte der Sprecher jetzt mit. «Auf seiner gesamten Route hat sich das Tier völlig unauffällig und wolfstypisch verhalten.» 

Frau soll auf panisches Tier zugegangen sein

Nach früheren Angaben geht die Hamburger Umweltbehörde davon aus, dass der Wolf die Frau gebissen hat, als diese mutmaßlich auf das panische Tier zugegangen sei, um es durch die gläsernen Automatiktüren der Einkaufspassage nach draußen zu lassen. 

Naturschützer bezweifeln, dass der Wolf die Frau angegriffen und gebissen hat. Sie verweisen etwa auf eine Zeugin, die gesehen haben will, dass der Wolf die Frau angesprungen, aber nicht gebissen habe. Dabei habe er sie möglicherweise mit der Pranke verletzt.


Bildnachweis: © Umweltbehörde Hamburg/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Polizei schießt am Frankfurter Hauptbahnhof auf Mann
Aus der Welt

Passanten hören Schüsse, ein Mann liegt verletzt am Boden. Am Abend teilt das Landeskriminalamt Hessen mit: Der Angeschossene hatte zuvor einen Polizisten mit einem spitzen Gegenstand verletzt.

weiterlesen...
Hitzealarm im Westen – Wetterdienst ruft zur Vorsicht auf
Aus der Welt

Am Donnerstag war es bereits heiß, der Freitag legt noch eine Schippe drauf. Wo es wie warm wird - und für wen das besonders kritisch ist.

weiterlesen...
Hitze und Fußball führen zu Stromausfall in Rüsselsheim
Aus der Welt

Fernseher laufen wegen der WM-Übertragung, Ventilatoren und Klimaanlagen wegen der Hitze. In Rüsselsheim ging deswegen bei vielen Menschen das Licht aus.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Abkühlung nach Unwettern - teils unter 20 Grad
Aus der Welt

Nach Hagel und Starkregen fallen die Temperaturen. Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit frischen Nächten. Tagsüber werden es in vielen Regionen keine 25 Grad mehr.

weiterlesen...
Arzt soll Patienten getötet haben - Vorwürfe zurückgewiesen
Aus der Welt

Es ist ein schlimmer Verdacht: Ein Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover soll Patienten mit Medikamenten getötet - oder es in einem Fall versucht haben. Was sagen seine Verteidiger dazu?

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Abkühlung nach Unwettern - teils unter 20 Grad
Aus der Welt

Nach Hagel und Starkregen fallen die Temperaturen. Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit frischen Nächten. Tagsüber werden es in vielen Regionen keine 25 Grad mehr.

weiterlesen...
Arzt soll Patienten getötet haben - Vorwürfe zurückgewiesen
Aus der Welt

Es ist ein schlimmer Verdacht: Ein Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover soll Patienten mit Medikamenten getötet - oder es in einem Fall versucht haben. Was sagen seine Verteidiger dazu?

weiterlesen...