5. Januar 2026 / Aus der Welt

Nach Inferno: Brandschutzkontrollen nicht nur in der Schweiz

40 Menschen sterben in einer Schweizer Bar. Nun stehen große Skirennen bevor. Die Austragungs-Orte nehmen Lokalbetreiber in die Pflicht. Auch andere Länder setzen Maßnahmen.

Als Brandursache in Crans-Montana wird Pyrotechnik in der Bar vermutet. (Archivbild)
Veröffentlicht am 5. Januar 2026 um 18:18 Uhr

Nach der Feuerkatastrophe von Crans-Montana in der Schweiz legen zwei andere bekannte Wintersportorte des Alpenlandes einen verstärkten Fokus auf Brandschutz. Im Schweizer Radio SRF kündigten Lokalpolitiker in Adelboden und Lauterbrunnen vor den Ski-Weltcuprennen der nächsten Wochenenden an, Gastronomie-Betriebe in die Pflicht zu nehmen, um für die Sicherheit der Fans zu sorgen.

In der Silvesternacht waren in einer Bar in Crans-Montana 40 Menschen bei einem Brand in einer Bar ums Leben gekommen. Bei den Toten handelte es sich überwiegend um Jugendliche und junge Erwachsene. Weitere knapp 120 Personen wurden großteils schwer verletzt. Das Inferno wurde nach bisherigen Ermittlungen durch eine funkensprühende Partyfontäne ausgelöst, die Schaumstoff an der Decke in Brand setzte.

In Frankreich kündigte der Polizeipräfekt von Paris laut französischen Medien in einem Schreiben an Gastronomie-Verbände an, in Kürze Kontrollen in Bars und Clubs der Hauptstadt durchzuführen. Die Einhaltung der Vorschriften für Brandsicherheit sollte demnach sichergestellt werden. Unter den Toten und Verletzten sind auch Menschen aus dem Nachbarland der Schweiz.

Tschechiens Regierungschef Andrej Babis kündigte ebenfalls Brandschutz-Kontrollen ähnlicher Einrichtungen in seinem Land an. Unter den Verletzten von Crans-Montana ist auch eine Tschechin.

Schweiz bremst Brandschutz-Liberalisierung

In der Schweiz wurde als Reaktion auf das Inferno eine geplante Liberalisierung einiger Brandschutz-Vorschriften vorerst gestoppt, wie die «Neue Zürcher Zeitung» und die Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichteten. Dies bestätige der Sprecher eines Versicherungs-Verbands, der für die Erarbeitung der Vorschriften zuständig ist, den Medien.

Der Schweizer Präsident Guy Parmelin verwies im TV-Sender SRF auf Berichte, wonach bereits viele Lokalbetreiber in der Schweiz beschlossen hätten, künftig auf Pyrotechnik in Innenräumen zu verzichten. Die Regierung müsse kein offizielles Verbot beschließen, «aber ich glaube, dass die notwendigen Lehren zum gegebenen Zeitpunkt daraus gezogen werden», sagte der Politiker der rechtskonservativen SVP.

In Adelboden sollen die Lokale vor den Riesenslalom- und Slalomrennen am 10. und 11. Januar überprüft werden, sagte Gemeinderatspräsident Willy Schranz im Radio. Es gehe darum zu schauen, «ob wir hier alles in Ordnung haben, damit nicht so etwas eintreffen kann», sagte er.

Vom 16. bis 18. Januar finden Weltcuprennen in Wengen statt. Der Ort ist Teil der Gemeinde Lauterbrunnen. Gastronomen sollen selbst prüfen, ob Fluchtwege frei seien und ob unerlaubte brennbare Materialien in ihren Lokalen eingebaut seien, sagte Gemeinderatspräsident Karl Näpflin. Er warnte davor, in Lokalen mit Feuer und Kerzen zu hantieren. «Das wäre das Schlimmste», sagte er.


Bildnachweis: © Antonio Calanni/AP/dpa
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