18. Dezember 2025 / Aus der Welt

Patienten vergiftet? Lebenslang für Mediziner in Frankreich

Hat ein Mediziner in Frankreich Dutzende Patienten vergiftet und zwölf getötet? Der Anästhesist bestreitet die Vorwürfe. Nun hat das Gericht geurteilt.

 Der Mann selbst hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
Veröffentlicht am 18. Dezember 2025 um 16:04 Uhr

Weil er absichtlich Patienten vergiftet und zwölf von ihnen so getötet haben soll, ist ein französischer Anästhesist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das entschied ein Schwurgericht im ostfranzösischen Besançon, wie es in einer Mitteilung hieß, und sprach ein Berufsverbot für den Mann aus. Der 53-jährige ehemalige Mediziner hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Er will gegen das Urteil in Berufung gehen, schrieb die französische Nachrichtenagentur AFP unter Verweis auf die Kanzlei seiner Verteidiger.

Dem Mann wird vorgeworfen, zwischen 2008 und 2017 an zwei Privatkliniken Patienten im Alter zwischen 4 und 89 Jahren vorsätzlich hoch dosierte Giftstoffe verabreicht und damit Herzstillstände und Blutungen ausgelöst zu haben. Zwölf der Patienten starben. In 23 Fällen soll der Mann versucht haben, die Patienten wiederzubeleben.

Staatsanwältin sprach von «Doktor Tod»

Mit dem Urteil kommt das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft nach. «Sie sind "Doktor Tod", Sie sind ein Mörder, Sie haben diese Klinik in einen Friedhof verwandelt, Sie beleidigen alle Ärzte», hatte Staatsanwältin Christine de Curraize zum Abschluss des Plädoyers gesagt. 

Die Verteidigung hatte hingegen auf Freispruch gepocht, es mangle an eindeutigen Beweisen. Der Arzt selbst sagte in seinen letzten Worten vor Gericht: «Ich sage es und werde es immer sagen: Ich habe niemals jemanden vergiftet», wie die Zeitung «L'Est Républicain» aus dem Verhandlungssaal berichtete.


Bildnachweis: © Arnaud Finistre/AFP/dpa
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