Ein Klumpen weißen Phosphors hat sich auf einem Steg der Seebadeanstalt Heikendorf an der Kieler Förde selbst entzündet. Wie das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein mitteilte, wurde der Kampfmittelräumdienst am Sonntagnachmittag gegen 16.45 Uhr alarmiert und beseitigte den Klumpen von der Größe eines Tennisballs fachgerecht. Es wird vermutet, dass eine Möwe den Phosphorklumpen aus dem Wasser gefischt und auf dem Steg fallen gelassen hatte. Bis zum Eintreffen der Experten wurde der brennende Phosphor zurück ins Wasser geworfen. Verletzt wurde niemand. Der Kampfmittelräumdienst warnt in diesem Zusammenhang erneut vor angeschwemmtem weißem Phosphor an Nord- und Ostseestränden. Die meist aus dem Zweiten Weltkrieg stammenden Überreste können Bernstein ähneln und sich beim Trocknen selbst entzünden. Dabei entstehen schwer löschbare Brände, die schwere Verbrennungen und giftige Dämpfe verursachen können. Im Bereich der deutschen Nord- und Ostseeküste liegen schätzungsweise 1,6 Millionen Tonnen konventionelle Kriegsmunition auf dem Meeresgrund. Die Munitionshüllen rosten immer stärker durch, und dabei treten Schadstoffe aus, wie die Direktorin des Kieler Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung (Geomar), Katja Matthes, im vergangenen Jahr auf einer Tagung zur Bergung der Altlasten sagte. In der südwestlichen Ostsee seien bereits rund 3.000 Kilogramm giftige Chemikalien freigesetzt worden. Die Bundesregierung hat für ein Sofortprogramm zur Bergung von Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Erste Bergungen haben bereits stattgefunden. Experten wollen einen konkreten Fahrplan für eine Bergung von Altmunition aus der Ostsee erarbeiten.Granaten, Torpedos, Minen: Viel Altmunition in der Ostsee
Bildnachweis: © Julian Stratenschulte/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Phosphor am Ostsee-Strand: Kampfmittelräumdienst rückt aus
Sieht aus wie Bernstein, kann aber zur Gefahr werden: Ein Fund in Heikendorf sorgt für einen Einsatz des Kampfmittelräumdienstes - und erinnert daran, dass Strandgut nicht immer harmlos ist.
Meistgelesene Artikel
- 23. Juni 2026
Polizei schießt am Frankfurter Hauptbahnhof auf Mann
Passanten hören Schüsse, ein Mann liegt verletzt am Boden. Am Abend teilt das Landeskriminalamt Hessen mit: Der Angeschossene hatte zuvor einen Polizisten mit einem spitzen Gegenstand verletzt.
- 26. Juni 2026
Hitze und Fußball führen zu Stromausfall in Rüsselsheim
Fernseher laufen wegen der WM-Übertragung, Ventilatoren und Klimaanlagen wegen der Hitze. In Rüsselsheim ging deswegen bei vielen Menschen das Licht aus.
Trotz Tauchern, Hubschrauber und Sonar: Zwei Senioren sind nach einem Sprung ins Wasser im Bodensee ertrunken. Wie riskant Baden bei der Hitze werden kann, zeigt ein Blick auf weitere Fälle.
Neueste Artikel
- 22. Juli 2026
Antibiotika werden global nicht optimal eingesetzt
Warum bekommen viele Patienten nicht die Antibiotika, die sie wirklich brauchen? Eine Studie deckt globale Missstände und überraschende Unterschiede auf.
Die Deutsche Bahn will das Trinken von alkoholischen Getränken an allen bundesweit 5.400 Bahnhöfen untersagen. Nun stellt sich die Frage: Wie soll das Vorhaben durchgesetzt werden.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 22. Juli 2026
Antibiotika werden global nicht optimal eingesetzt
Warum bekommen viele Patienten nicht die Antibiotika, die sie wirklich brauchen? Eine Studie deckt globale Missstände und überraschende Unterschiede auf.
Die Deutsche Bahn will das Trinken von alkoholischen Getränken an allen bundesweit 5.400 Bahnhöfen untersagen. Nun stellt sich die Frage: Wie soll das Vorhaben durchgesetzt werden.

