8. Oktober 2025 / Aus der Welt

Spanien gelingt Schlag gegen Kokain-Schmuggler

Unsichtbare Drahtzieher, Scheinfirmen und geheime Chats: Der Polizei gelingt ein Coup gegen einen international vernetzten Kokain-Ring mit Verbindungen bis nach Dubai.

Die spanische Polizei hat in Zusammenarbeit mit ihren Kollegen in Kolumbien bei einem Einsatz gegen eine internationale Bande zehn Tonnen Kokain beschlagnahmt. Fünf Personen wurden festgeno...
Veröffentlicht am 8. Oktober 2025 um 19:32 Uhr

Der spanischen Polizei ist nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit kolumbianischen Stellen ein Schlag gegen eine der wichtigsten internationalen Drogenbanden gelungen. Bei sieben Hausdurchsuchungen seien zehn Tonnen Kokain beschlagnahmt und fünf Personen festgenommen worden, drei in Spanien und zwei in Kolumbien, teilte die Polizei mit. Wo die Hausdurchsuchungen stattfanden und wo das Kokain beschlagnahmt wurde, teilte die Polizei nicht mit.

Die Bande habe jährlich rund 120 Tonnen Kokain aus Kolumbien über Häfen in den Niederlanden, Belgien und Spanien nach Europa geschmuggelt. Zum Vergleich: 2023 wurden nach Angaben von Europol mehr als 400 Tonnen Kokain in Europa beschlagnahmt. Insgesamt könnten Schätzungen zufolge 500 bis 800 Tonnen nach Europa geschmuggelt worden sein. 

Die Hinterleute der Bande hätten direkte Verbindungen zu Drogenlieferanten des kolumbianischen Clan del Golfo gehabt, eine der größten internationalen kriminellen Organisationen in diesem Bereich.

Es habe sich um sogenannte unsichtbare Drogenschmuggler gehandelt, die die Öffentlichkeit gemieden hätten und mit Hilfe von Scheinfirmen, Strohleuten und zwischengelagerten Schmuggel-Strukturen jahrelang unerkannt geblieben seien. Die Drahtzieher im Hintergrund seien hochmobil und hätten von Kolumbien, Spanien und Dubai aus operiert, berichtete die Polizei. 

Eine eigene Abteilung der Bande sei für die Geldwäsche durch Offshore-Firmen und Transaktionen mit Kryptowährungen zuständig gewesen. Es seien Transaktionen in Kryptowährungen im Umfang von rund 700 Millionen Dollar (603 Millionen Euro) registriert worden. 

Entscheidend für den Erfolg der 2022 begonnenen Ermittlungen unter dem Codewort «Gulupa» (Passionsfrucht vor allem aus Kolumbien) sei Zugang zur internen Kommunikation der Bande gewesen, die die Smartphone-App Sky ECC genutzt habe. Dadurch sei es gelungen, die Identität der Hintermänner festzustellen, die für die Koordination und Organisation zuständig waren. Europäischen und nordamerikanischen Behörden war es zuvor gelungen, die App zu hacken und monatelang Nachrichten krimineller Organisationen unbemerkt mitzulesen.


Bildnachweis: © Marcus Brandt/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Waldbrand im Westerwald: Feuerwehr verhindert Übergreifen
Aus der Welt

Die Flammen rücken bis auf 20 Meter an Häuser heran, doch diese können gerettet werden. Damit ist der Einsatz in Gebhardshain noch längst nicht beendet.

weiterlesen...
Junger Superman kämpft auf Borneo gegen Waldbrände
Aus der Welt

Kein Filmset, keine Spezialeffekte: Auf Borneo kämpft ein Jugendlicher im Superman-Anzug gegen die Flammen – und wird zum Internetstar. Sogar Regisseur James Gunn ist auf ihn aufmerksam geworden.

weiterlesen...
400 Einsatzkräfte kämpfen gegen Waldbrand im Saarland
Aus der Welt

Fast sechs Hektar Wald stehen im Landkreis Neunkirchen in Flammen. Die Feuerwehr verstärkt den Einsatz und fordert weitere Unterstützung an. Pferde müssen von einem Hof evakuiert werden.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Zahnanalyse bestätigt: Der T. rex war Warmblüter
Aus der Welt

Von wegen kaltblütige Echse. Forscher haben an Zähnen eines Museums-Dinos gekratzt und wissen nun: Der T. rex hatte eine Körpertemperatur, die gar nicht so weit von unserer entfernt war.

weiterlesen...
Dutzende Tote bei Einsturz von Goldmine im Sudan
Aus der Welt

Unter lebensgefährlichen Bedingungen schürfen Menschen im vom Krieg gebeutelten Sudan nach Rohstoffen. Nun kam es zu einer Katastrophe mit vielen Toten.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Zahnanalyse bestätigt: Der T. rex war Warmblüter
Aus der Welt

Von wegen kaltblütige Echse. Forscher haben an Zähnen eines Museums-Dinos gekratzt und wissen nun: Der T. rex hatte eine Körpertemperatur, die gar nicht so weit von unserer entfernt war.

weiterlesen...
Dutzende Tote bei Einsturz von Goldmine im Sudan
Aus der Welt

Unter lebensgefährlichen Bedingungen schürfen Menschen im vom Krieg gebeutelten Sudan nach Rohstoffen. Nun kam es zu einer Katastrophe mit vielen Toten.

weiterlesen...