20. April 2026 / Aus der Welt

Starkes Erdbeben erschüttert Japan

Erneut wird Japan von einem Erdbeben heimgesucht. Die Behörden gaben zwischenzeitlich eine Tsunami-Warnung für die Pazifikküste aus. Sie wurde wieder aufgehoben. Es bestehe aber Gefahr weiterer Beben.

Das Erdbebenzentrum lag im Meer in einer Tiefe von rund zehn Kilometern, an der Ostküste Japans. (Archivbild)
Veröffentlicht am 20. April 2026 um 13:42 Uhr

Ein Erdbeben der Stärke 7,7 hat den Nordosten und Norden Japans erschüttert. Die nationale Wetterbehörde sprach eine Tsunami-Warnung für die Pazifikküste der Präfekturen Hokkaido, Aomori und Iwate aus und warnte vor Wellen, die bis zu drei Meter hoch werden könnten. Am Abend wurde die Tsunami-Warnung dann wieder aufgehoben. Die Bewohner waren aber weiter zu Vorsicht aufgerufen, wie der Fernsehsender NHK berichtete. 

Zunächst war die Stärke des Bebens vor der Küste mit 7,5 angegeben worden, sie wurde am Abend jedoch angehoben. Die Behörden in fünf Präfekturen erteilten eine Anordnung zur Evakuierung für rund 170.000 Menschen. Das Zentrum des Bebens lag im Meer in einer Tiefe von rund zehn Kilometern. 

Die Wetterbehörde gab derweil eine Erdbebenwarnung für den Norden und weitere Gebiete aus. Die Wahrscheinlichkeit eines schweren Erdbebens habe sich erhöht. 182 Gemeinden in sieben Präfekturen seien aufgefordert worden, Katastrophenschutzmaßnahmen zu ergreifen, berichtete der Sender NHK. Betroffen war demnach auch die Region Kanto, in der sich auch der Großraum Tokio befindet. Ministerpräsidentin Sanae Takaichi mahnte zur Evakuierungsbereitschaft für die kommenden Tage wegen der Gefahr möglicher weiterer starker Erdbeben. 

Flutwellen erreichen Küste 

Zuvor war im Hafen Kuji der nordöstlichen Präfektur Iwate eine Flutwelle von 80 Zentimetern gemessen worden, wie der Fernsehsender NHK berichtete. An anderen Orten seien Flutwellen geringerer Höhe gemessen worden, hieß es. Berichte über Schäden oder schwere Verletzungen gab es jedoch zunächst nicht. 

In der Atomruine Fukushima Daichi sowie in den Atomkraftwerken in den Präfekturen Miyagi sowie Aomori seien auch keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Betreiberkonzerne. Im Atomkraftwerk Fukushima Daichi war es im März 2011 infolge eines schweren Erdbebens und gewaltigen Tsunamis zu mehreren Kernschmelzen gekommen, nachdem die Kühlsysteme ausgefallen waren. 

Tsunamis können entstehen, wenn Erdbeben oder Vulkanausbrüche den Meeresboden erschüttern. Im Gegensatz zu normalen oberflächlichen Wellen ist ein Tsunami besonders gefährlich, weil sich die tiefen Wasserschichten in Bewegung setzen. Zwischen der Beobachtung der durch den Tsunami verursachten Gezeitenänderungen und dem Auftreten der größten Wellen könnten Stunden vergehen, warnte der Fernsehsender NHK. Das Inselreich Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben bedrohten Länder der Welt.


Bildnachweis: © -/Kyodo News/AP/dpa
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