26. August 2025 / Aus der Welt

Studie: Windparks könnten chemische Stoffe ins Meer abgeben

Forscher haben 228 Substanzen festgestellt, die die Anlagen potenziell abgeben könnten. Einige Emissionen seien vermeidbar.

Der Offshore-Windpark Riffgat rund 15 Kilometer nördlich der Insel Borkum.
Veröffentlicht am 26. August 2025 um 08:13 Uhr

Offshore-Windparks könnten einer neuen Studie zufolge potenziell mehr als 200 chemische Stoffe im Meer freisetzen. Das ergibt eine Studie unter Leitung des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und anderer Einrichtungen aus Frankreich und Belgien. 

Insgesamt stellten die Forscher in der Literaturrecherche 228 solche mögliche Substanzen fest, von denen 62 als besonders umweltrelevant gelten. Sie stehen etwa auf einer Liste der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA). Darunter seien Stoffe, die potenziell toxisch, persistent, hormonell wirksam oder krebserregend sein könnten oder sich in der Nahrungskette anreichern könnten, schreibt die Gruppe im Fachjournal «Marine Pollution Bulletin». 

Wie viel chemische Substanzen Windparks tatsächlich freisetzen, muss nach Einschätzung des BSH besser erforscht werden. Die möglichen Substanzen stammen vor allem aus Korrosionsschutzsystemen (70 Prozent) sowie Ölen und Schmierstoffen (10 Prozent). Hinzu kommen Emissionen aus Kühl- und Feuerlöschmitteln. Eine Möglichkeit wäre, die Konzentrationen ausgewählter Stoffe vor dem Bau und während des Betriebs von Offshore-Windparks zu messen.

Einige Emissionen können vermieden werden 

Die Studie zeigt auch, dass manche Emissionen vermieden werden können - beispielsweise mit alternativen Korrosionsschutzsystemen, geschlossenen Kühlsystemen und biologisch abbaubaren Betriebsstoffen. «Allerdings fehlen branchenspezifische Standards, wie sie beispielsweise in der Schifffahrt verwendet werden», heißt es in einer Mitteilung des Bundesamts. 

In Deutschland gibt es einige Vorgaben: Projektträger müssen während der Planung ein Konzept beim BSH einreichen, das potenzielle Emissionen nennt und zeigt, wie sie vermindert werden. Die Forscher hoffen in ihrem Artikel, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit künftig zu internationalen Leitlinien führt. 

Die Leitung der Studie lag beim BSH, dem französischen Forschungsinstitut für die Nutzung der Meere (IFREMER) und dem belgischen Forschungsinstitut für Agrar-, Fischerei- und Lebensmittelforschung (ILVO).


Bildnachweis: © Sina Schuldt/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Geiselnahme in Berlin: Was wir wissen und was nicht
Aus der Welt

Ein Mann hält eine Frau in einem Supermarkt in Berlin fest. Es folgt ein stundenlanger Nervenkrieg - bis die Polizei den Mann überwältigt. Was bislang bekannt ist und welche Fragen noch offen sind.

weiterlesen...
Dutzende Hotelgäste nach Pool-Vorfall in Spanien in Klinik
Aus der Welt

Giftige Gase im Hotelpool: Mehr als 60 Gäste, darunter Kinder und Senioren, landen nach dem Schwimmen in der Klinik. Wie konnte das passieren?

weiterlesen...
Polizei beendet Geiselnahme in Berlin - Frau gerettet
Aus der Welt

Kurz vor Feierabend bringt ein Mann in einem Supermarkt eine Frau in seine Gewalt. Es folgt ein stundenlanger Nervenkrieg. Die Polizei verhandelt - dann stürmt sie das Gebäude.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Drei Verletzte durch Schüsse in Dänemark
Aus der Welt

An einem Sonntagnachmittag fallen Schüsse in einer Wohngegend der dänischen Kleinstadt Holbæk. Zwei Tatverdächtige stellen sich am Abend selbst. Die Polizei ist weiter mit vielen Kräften vor Ort.

weiterlesen...
Mutmaßlicher Gangster-Boss nach Irland ausgeflogen
Aus der Welt

Die kriminelle Organisation ist in Irland berüchtigt. Seit Jahrzehnten soll sie Drogen- und Waffenschmuggel kontrollieren. Jetzt soll der mutmaßliche Boss vor Gericht vorgeführt werden.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Drei Verletzte durch Schüsse in Dänemark
Aus der Welt

An einem Sonntagnachmittag fallen Schüsse in einer Wohngegend der dänischen Kleinstadt Holbæk. Zwei Tatverdächtige stellen sich am Abend selbst. Die Polizei ist weiter mit vielen Kräften vor Ort.

weiterlesen...
Mutmaßlicher Gangster-Boss nach Irland ausgeflogen
Aus der Welt

Die kriminelle Organisation ist in Irland berüchtigt. Seit Jahrzehnten soll sie Drogen- und Waffenschmuggel kontrollieren. Jetzt soll der mutmaßliche Boss vor Gericht vorgeführt werden.

weiterlesen...