27. August 2026 / Aus der Welt

Tödliche Fahrt in Menschenmenge in Caen: Kein Terrorverdacht

In der Normandie rast am späten Abend ein Autofahrer in eine Menschengruppe - nach Einschätzung der Behörden absichtlich. Sein Motiv ist noch unklar.

In der französischen Stadt Caen ist ein Fahrer mit seinem Auto in eine Menschenmenge gerast.
Veröffentlicht am 27. August 2026 um 11:55 Uhr

Die Behörden werten die tödliche Fahrt eines Autofahrers in eine Menschenmenge in der nordfranzösischen Stadt Caen bislang nicht als Terrorakt. «Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir nicht von einem terroristischen Motiv aus, aber die Ermittlungen haben gerade erst begonnen», sagte der stellvertretende Staatsanwalt von Caen, Philippe Leonardo, in der Nacht auf Donnerstag vor Journalisten.

Bei dem Vorfall kamen nach Angaben des Staatsanwalts Joël Garrigue zwei Personen ums Leben. Es sei eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Mord, versuchten Mord und vorsätzliche Gewalt mit einer Waffe eingeleitet worden. Ein Mann im Alter von etwa 30 Jahren starb laut Mitteilung noch vor Ort, eine zweite Person im Alter von 28 Jahren erlag in der Nacht im Krankenhaus ihren Verletzungen. Etwa zehn Menschen wurden verletzt, darunter mehrere mit Knochenbrüchen. Dem Präfekten des Départements Calvados, David Clavière, zufolge schwebten mehrere in Lebensgefahr.

Der mutmaßliche Fahrer befinde sich in Gewahrsam, teilte der Präfekt mit. Es handle sich um einen 26-jährigen Mann russischer Herkunft. Er sei den Geheimdiensten nicht bekannt, der Polizei jedoch wegen Verkehrsdelikten. Er sei am späten Mittwochabend «absichtlich» in die Menschengruppe gerast, betonte Clavière.

Erst ein Streit, dann die Todesfahrt

Nach übereinstimmenden Medienberichten war dem Vorfall an einer Bushaltestelle in der Nähe des Bahnhofs ein Streit vorausgegangen. Laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft soll der Mann bislang ausgesagt haben, früher am Abend Opfer eines Übergriffs am Bahnhof geworden zu sein.

Die Stadt Caen mit rund 110.000 Einwohnern liegt in der Normandie nahe der Atlantikküste.


Bildnachweis: © Matthieu Clavel/AFP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Neunjähriger fällt von Schlauchboot und ertrinkt in See
Aus der Welt

Trotz großem Rettungseinsatz: Für den Jungen, der an einem Strandbad in Hessen mit dem Schlauchboot unterwegs war, gab es keine Hilfe mehr.

weiterlesen...
Gutes Wetter bei Sonnenfinsternis und Sternschnuppen
Aus der Welt

Klare Sicht auf das Himmelsereignis: In Deutschland erwartet der Wetterdienst meist wolkenfreien Himmel zur Sonnenfinsternis und zu den Perseiden.

weiterlesen...
Größter Waldbrand in NRW – Evakuierung in der Eifel
Aus der Welt

Flammen, Rauch und Weltkriegsmunition: Eine Feuerwalze im Hürtgenwald rückt an die Eifel-Gemeinde Gey heran. Der wohl größte Waldbrand in NRW fordert Feuerwehr und Anwohner bis an ihre Grenzen.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Busunfall in der Schweiz: Mehrere Tote und Verletzte
Aus der Welt

Im Kanton Graubünden verunglückt ein Bus - laut Medienberichten ein niederländischer Reisebus. Was bisher zum Unfallhergang bekannt ist.

weiterlesen...
«Ein bisschen befremdlich» - Erdbeben in der Region Mannheim
Aus der Welt

Ein Erdbeben in Worms ist auch weiter weg zu spüren. Die Mannheimer Polizei etwa berichtet von Erschütterungen, die Wormser von mehreren Notrufen. Was bislang bekannt ist.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Busunfall in der Schweiz: Mehrere Tote und Verletzte
Aus der Welt

Im Kanton Graubünden verunglückt ein Bus - laut Medienberichten ein niederländischer Reisebus. Was bisher zum Unfallhergang bekannt ist.

weiterlesen...
«Ein bisschen befremdlich» - Erdbeben in der Region Mannheim
Aus der Welt

Ein Erdbeben in Worms ist auch weiter weg zu spüren. Die Mannheimer Polizei etwa berichtet von Erschütterungen, die Wormser von mehreren Notrufen. Was bislang bekannt ist.

weiterlesen...