4. September 2025 / Aus der Welt

Portugals Polizei: Auch ein Deutscher «wahrscheinlich» tot

Mehr als einen Tag nach dem schweren Standseilbahnunglück in Lissabon verdichten sich Hinweise, dass auch ein Deutscher unter den Toten ist. Das ergibt sich laut Polizei aus den Untersuchungen.

Bei dem Unglück in Lissabon kamen 16 Menschen ums Leben und 21 wurden verletzt.
Veröffentlicht am 4. September 2025 um 22:06 Uhr

Bei dem schweren Seilbahnunglück in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon ist nach Angaben des Chefs der portugiesischen Kriminalpolizei, Luís Neves, «wahrscheinlich» auch ein Deutscher ums Leben gekommen. Dasselbe gelte aufgrund «bereits gesammelter Informationen» für zwei Kanadier, einen Ukrainer und einen Amerikaner, sagte Neves vor Journalisten in Lissabon. 

Sicher identifiziert seien zwei Todesopfer aus Südkorea und eines aus der Schweiz. Für die anderen der insgesamt 16 Todesopfer gab es hingegen noch keine genaueren Angaben. 

Noch keine Bestätigung 

Das Auswärtige Amt hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass auch Deutsche bei dem Unglück vom Mittwochabend zu Schaden gekommen seien. «Über die Anzahl gibt es derzeit noch keine verlässlichen Angaben», hieß es auf dpa-Anfrage aus dem Ministerium in Berlin. Eine Bestätigung für den möglichen Tod eines Deutschen gab es vom Auswärtigen Amt zunächst nicht. 

Eine der berühmtesten Touristenattraktionen Lissabons war am Mittwochabend binnen Sekunden zu einer Todesfalle geworden: Wohl wegen eines Schadens am Seil der historischen Standseilbahn «Elevador da Gloria» war ein Wagen ungebremst eine steile Straße hinab gerast, entgleist, umgekippt und gegen ein Gebäude gekracht. Neben 16 Todesopfern wurden nach Behördenangaben auch 21 Menschen verletzt, davon mehrere schwer. 

Vorwürfe, die Instandhaltung der Bahn sei womöglich vernachlässigt worden, wies der Betreiber, die Lissabonner Verkehrsgesellschaft Carris, zurück. Gewerkschaftsvertreter kritisierten jedoch, dass die Instandhaltung der Standseilbahn an eine private Firma vergeben worden sei. Beschäftigte von Carris hätten wiederholt auf dringend notwendige Wartungsarbeiten hingewiesen, zitierte SIC Notícias den Gewerkschafter Manuel Leal.

Einen solchen Unfall mit einer der drei Standseilbahnen, die seit dem 19. Jahrhundert betrieben werden, hatte es in Lissabon bisher nicht gegeben.


Bildnachweis: © Armando Franca/AP/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Neunjähriger fällt von Schlauchboot und ertrinkt in See
Aus der Welt

Trotz großem Rettungseinsatz: Für den Jungen, der an einem Strandbad in Hessen mit dem Schlauchboot unterwegs war, gab es keine Hilfe mehr.

weiterlesen...
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus der Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Gutes Wetter bei Sonnenfinsternis und Sternschnuppen
Aus der Welt

Klare Sicht auf das Himmelsereignis: In Deutschland erwartet der Wetterdienst meist wolkenfreien Himmel zur Sonnenfinsternis und zu den Perseiden.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Streik am Eiffelturm nach Ausschluss von Mitarbeiterinnen
Aus der Welt

Am Eiffelturm sorgt der Ausschluss weiblichen Personals während des Besuchs einer religiösen Gruppe für Aufruhr. Wie reagiert die Stadt auf diesen Vorfall?

weiterlesen...
König Charles stellt klar: Harry und Meghan nur Privatleute
Aus der Welt

Noch bleibt es verhältnismäßig ruhig um die royalen Rückkehrer aus den USA. Doch im Hintergrund gibt es wohl viele Anfragen an den Palast. König Charles lässt deshalb mal eines klarstellen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Streik am Eiffelturm nach Ausschluss von Mitarbeiterinnen
Aus der Welt

Am Eiffelturm sorgt der Ausschluss weiblichen Personals während des Besuchs einer religiösen Gruppe für Aufruhr. Wie reagiert die Stadt auf diesen Vorfall?

weiterlesen...
König Charles stellt klar: Harry und Meghan nur Privatleute
Aus der Welt

Noch bleibt es verhältnismäßig ruhig um die royalen Rückkehrer aus den USA. Doch im Hintergrund gibt es wohl viele Anfragen an den Palast. König Charles lässt deshalb mal eines klarstellen.

weiterlesen...