8. Februar 2026 / Aus der Welt

Tschechien plant Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige

Australien hat es bereits vorgemacht, Frankreich plant es: Auch in Tschechien gibt es nun Überlegungen, Kinder von den sozialen Netzwerken fernzuhalten. Wie konkret sind die Pläne?

Der tschechische Regierungschef Andrej Babis hat sich für ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren ausgesprochen. (Archivbild)
Veröffentlicht am 8. Februar 2026 um 16:55 Uhr

Der tschechische Regierungschef Andrej Babis hat sich erstmals für ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige ausgesprochen. «Ich bin dafür», sagte der Milliardär in einem Video bei Facebook. Experten hätten ihm gesagt, dass soziale Medien für Kinder «schrecklich schädlich» seien. «Wir müssen unsere Kinder schützen», forderte der 71-Jährige. Auch andere Länder würden derzeit über ein Verbot nachdenken. 

Minister: Kinder sollen lieber Sport treiben

Nach Angaben von Industrie- und Handelsminister Karel Havlicek strebt das Kabinett eine Entscheidung spätestens bis Jahresende an. Sportminister Boris Stastny schrieb auf der Plattform X, Kinder sollten lieber Sport treiben und auf den Spielplatz gehen, als vor dem Handy oder Computer zu sitzen. Seit Dezember regiert in Tschechien eine Koalition aus der rechtspopulistischen ANO von Babis und zwei Parteien am rechten Rand. Kritiker warnten vor Einschränkungen der Grundrechte und einer Gefährdung der Privatsphäre.

Vorreiter Australien

Altersgrenzen für soziale Netzwerke werden in jüngster Zeit heiß diskutiert. Vorreiter ist Australien. Dort dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren seit 2025 keine eigenen Social-Media-Accounts mehr haben. Ziel ist es, junge Menschen vor Risiken wie Cybermobbing, problematischem Konsum und belastenden Inhalten zu schützen. Die französische Nationalversammlung hat jüngst für ein Nutzungsverbot sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren gestimmt. Über die Vorlage muss noch im Senat, der zweiten Parlamentskammer, abgestimmt werden.


Bildnachweis: © Šimánek Vít/CTK/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Neunjähriger fällt von Schlauchboot und ertrinkt in See
Aus der Welt

Trotz großem Rettungseinsatz: Für den Jungen, der an einem Strandbad in Hessen mit dem Schlauchboot unterwegs war, gab es keine Hilfe mehr.

weiterlesen...
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus der Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Gutes Wetter bei Sonnenfinsternis und Sternschnuppen
Aus der Welt

Klare Sicht auf das Himmelsereignis: In Deutschland erwartet der Wetterdienst meist wolkenfreien Himmel zur Sonnenfinsternis und zu den Perseiden.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Philippinen: 87 Menschen nach Brand auf Fähre vermisst
Aus der Welt

Auf dem Weg ins philippinische Urlaubsparadies Coron bricht auf einer Fähre Feuer aus. Fünf Menschen sterben – von mehr als 80 weiteren fehlt zunächst jede Spur.

weiterlesen...
Geht es ohne? – Wie Tierversuche ersetzt werden sollen
Aus der Welt

Rund zwei Millionen Tiere wurden 2024 für Forschungszwecke eingesetzt beziehungsweise getötet. Das sind weniger als in früheren Jahren, aber immer noch viele. So könnte die Zahl reduziert werden.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Philippinen: 87 Menschen nach Brand auf Fähre vermisst
Aus der Welt

Auf dem Weg ins philippinische Urlaubsparadies Coron bricht auf einer Fähre Feuer aus. Fünf Menschen sterben – von mehr als 80 weiteren fehlt zunächst jede Spur.

weiterlesen...
Geht es ohne? – Wie Tierversuche ersetzt werden sollen
Aus der Welt

Rund zwei Millionen Tiere wurden 2024 für Forschungszwecke eingesetzt beziehungsweise getötet. Das sind weniger als in früheren Jahren, aber immer noch viele. So könnte die Zahl reduziert werden.

weiterlesen...