30. Mai 2025 / Aus der Welt

Vandalismus in Berghütten in Alpen nimmt zu

Winterräume von Berghütten machen viele Bergtouren erst möglich und sichern im schlimmsten Fall das Überleben im Gebirge. Manche missbrauchen sie aber zunehmend als Partyort. Mit üblen Folgen.

Winterräume in Hütten sollen Bergsportlern als sichere Unterkunft dienen, werden aber teils als Party-Spot missbraucht (Symbolbild).
Veröffentlicht am 30. Mai 2025 um 05:00 Uhr

Die Hüttensaison in den Alpen startet - und an mancher Hütte bietet sich ein Anblick der Verwüstung. Der Winterraum vermüllt, die Möbel teils als Feuerholz verbrannt, die Scheiben eingeschlagen, dazu Schnapsflaschen und menschliche Hinterlassenschaften: Vandalismus in den Bergen nimmt zu, wie der Deutsche Alpenverein (DAV) feststellt. 

Besonders stark treffe es die von außen zugänglichen Winterräume der bei Eis und Schnee zumeist geschlossenen Hütten, berichtet Vereinssprecher Julian Rohn. Sie sollen eigentlich Bergsportlerinnen und Bergsportlern auf oft anspruchsvollen Winterbegehungen eine sichere Übernachtungsmöglichkeit bieten. Doch mancherorts wurden sie offenbar als Partylocation entdeckt.

Anzeige erstattet

Besonders schlimm traf es in dieser Saison die Alpenvereinssektion München-Oberland, die gerade Anzeige gegen unbekannt erstattet hat. Der Grund: Der Notraum an der Knorrhütte im Wetterstein wurde völlig verwüstet. «Das waren wirklich schreckliche Zustände, das hat dem Fass den Boden ausgeschlagen», schildert Pressereferent Markus Block.

«Da war massenweise Müll, Alkoholflaschen, vier Zelte, Schlafsäcke, rund um die Hütte haben die Leute ihre Notdurft verrichtet - da sieht es aus! Und als ob das nicht reicht, hat jemand den Ofen rausgerissen und vor die Hütte gestellt. Zweimal wurde sogar in die Hütte eingebrochen!»

Kassen für die Übernachtungsgebühr aufgebrochen

«In den Winterräumen stehen oft Kassen, in die man die Übernachtungsgebühr reinwirft, die wurden auch schon öfter aufgebrochen», ergänzt Rohn. «Weiterer Vandalismus ist das Bekleben von Gipfelkreuzen und vor allem auch Wegweisern mit sämtlichen Aufklebern, die man sich so vorstellen kann.» Was zunächst harmlos klingt, kann für Orientierungslose oder Erschöpfte zur echten Gefahr werden, weshalb Ehrenamtliche des DAV die Schilder wieder freikratzen.

Grundsätzlich zieht Vandalismus am Berg oft einen enormen Aufwand und hohe Kosten nach sich, die dann meist von der Gemeinschaft der DAV-Mitglieder getragen werden müssen. Wird etwa eine Tür aufgebrochen, muss die Ersatztür mit dem Helikopter hochgeflogen werden. Wird ein Fenster aufgeschlagen und Schnee weht in die Hütte, entsteht dort ein Wasserschaden.


Bildnachweis: © Lino Mirgeler/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Geiselnahme in Berlin: Was wir wissen und was nicht
Aus der Welt

Ein Mann hält eine Frau in einem Supermarkt in Berlin fest. Es folgt ein stundenlanger Nervenkrieg - bis die Polizei den Mann überwältigt. Was bislang bekannt ist und welche Fragen noch offen sind.

weiterlesen...
Gewalttat an Gymnasium: Was wir wissen und was nicht
Aus der Welt

An einem Gymnasium in Oberbayern werden zwei Mädchen bei einer mutmaßlichen Amoktat schwer verletzt, ein Jugendlicher wird festgenommen. Was bislang bekannt ist und welche Fragen noch offen bleiben.

weiterlesen...
Dutzende Hotelgäste nach Pool-Vorfall in Spanien in Klinik
Aus der Welt

Giftige Gase im Hotelpool: Mehr als 60 Gäste, darunter Kinder und Senioren, landen nach dem Schwimmen in der Klinik. Wie konnte das passieren?

weiterlesen...

Neueste Artikel

Freier Fall in die Tiefe: Apnoetaucher will Rekord brechen
Aus der Welt

Der Apnoetaucher Minja Marinković will im Starnberger See einen neuen deutschen Rekord aufstellen. Wie fühlt es sich an, in völliger Dunkelheit und bei neun bar Druck 85 Meter tief zu tauchen?

weiterlesen...
GPS und KI: Wie viel Hightech braucht meine Mieze?
Aus der Welt

Kann KI erkennen, ob eine Katze Schmerzen hat? Smarte Technologie ist auch für Samtpfoten im Kommen. Doch ist das alles gut für die Vierbeiner? Das sagen Tierschützer und Veterinäre.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Freier Fall in die Tiefe: Apnoetaucher will Rekord brechen
Aus der Welt

Der Apnoetaucher Minja Marinković will im Starnberger See einen neuen deutschen Rekord aufstellen. Wie fühlt es sich an, in völliger Dunkelheit und bei neun bar Druck 85 Meter tief zu tauchen?

weiterlesen...
GPS und KI: Wie viel Hightech braucht meine Mieze?
Aus der Welt

Kann KI erkennen, ob eine Katze Schmerzen hat? Smarte Technologie ist auch für Samtpfoten im Kommen. Doch ist das alles gut für die Vierbeiner? Das sagen Tierschützer und Veterinäre.

weiterlesen...