19. Februar 2026 / Aus der Welt

Lawinen in Österreich: Abseits der Pisten droht große Gefahr

In den Alpen wächst die Schneedecke weiter. Die Lage wird dadurch immer heikler. Allein in Tirol kam es jetzt zu Dutzenden Lawinen.

Neue Schneefälle erhöhen die Lawinengefahr in Österreich.
Veröffentlicht am 19. Februar 2026 um 14:17 Uhr

In Österreich steigt die Lawinengefahr an. In Tirol könnten bis zu diesem Freitag vereinzelt weitere 50 Zentimeter Neuschnee fallen, sagte Matthias Walcher von der Lawinenwarnzentrale des Bundeslands. Er warnte eindringlich vor Touren im freien Gelände. «Es ist eine sehr gefährliche Zeit für Wintersportler abseits der Pisten.» Auch harmlos wirkendes, nur mäßig steiles Gelände könne trügerisch sein, so Walcher weiter. Es sei immer möglich, dass im Steilhang ausgelöste Lawinen auch diese Flächen erreichten.

Allein in Tirol waren am Mittwoch mehr als 30 Lawinen an einem Tag gezählt worden. In Tirol und Vorarlberg kamen dabei drei Menschen ums Leben. Zwei der Toten stammten aus Baden-Württemberg, wie Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. Das dritte Opfer kommt aus den Niederlanden. 

Starker Wind bringt Schneeverfrachtungen

Seit Jahrzehnten, so die Erfahrung vieler älterer Bergführer, sei der Aufbau der Schneeschichten nicht mehr so ungünstig gewesen, sagte Walcher. Es habe sich durch den zunächst eher schneearmen Winter keine gute Grundlage gebildet. Erst in jüngster Zeit habe es im Alpenraum viel geschneit.

Die neuen Niederschläge seien obendrein noch von starkem und stürmischem Wind begleitet, was durch die Schneeverfrachtungen die Sache noch verschlimmere. Die ab dem Wochenende erwartete Warmfront werde auch nicht zu einer Entspannung führen. «Die ist nicht in Sicht», so Walcher. 

Bei einem der Lawinenunglücke vom Mittwoch hatten sich im Tiroler Navistal zwei Skiwanderer aufgrund der Lawinengefahr schon auf den Rückweg gemacht, als sie von einem Schneebrett erfasst wurden. Einer der beiden wurde völlig verschüttet und starb. Der 43-Jährige stammt aus dem Ostalbkreis.

Sohn alarmierte die Einsatzkräfte

Der zweite Deutsche starb im Bundesland Vorarlberg. Der 42-jährige Snowboarder aus Freiburg war mit seinem 15-jährigen Sohn im Skigebiet Sonnenkopf abseits gesicherter Pisten unterwegs, wie die Polizei berichtete. Der Vater wurde von einer Lawine mitgerissen. Der Sohn alarmierte die Rettungskräfte, doch sein Vater konnte erst nach einer Stunde gefunden werden und starb noch an der Unglücksstelle. 

Ein weiterer Lawinentoter wurde von der Polizei in Fiss in Tirol gemeldet. Der 71-Jährige Niederländer trug kein Lawinensuchgerät, das im Notfall das Auffinden erleichtern kann.


Bildnachweis: © Zoom.Tirol/APA/dpa
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