18. Juli 2025 / Aus der Welt

Zweiter Notstand in Trinidad und Tobago binnen Monaten

Ein kriminelles Netzwerk aus Gefängnissen soll Angriffe auf Justiz und Polizei geplant haben. Der Inselstaat reagiert mit dem zweiten Ausnahmezustand in wenigen Monaten.

Die Regierung des Karibikstaats Trinidad und Tobago hat zum zweiten Mal binnen weniger Monate einen landesweiten Ausnahmezustand wegen Bandengewalt ausgerufen. (Archivbild)
Veröffentlicht am 18. Juli 2025 um 22:11 Uhr

Die Regierung des Karibikstaats Trinidad und Tobago hat zum zweiten Mal binnen weniger Monate einen landesweiten Ausnahmezustand wegen Bandengewalt ausgerufen. Grund ist eine «koordinierte und hochgefährliche Bedrohung» durch ein kriminelles Netzwerk, das aus Gefängnissen heraus Angriffe auf Sicherheitskräfte und staatliche Institutionen geplant haben soll, teilte Polizeichef Allister Guevarro mit. Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte das Land ähnliche Maßnahmen ergriffen.

«Ich werde nicht jahre-, monate-, wochen- oder auch nur tagelang tatenlos zusehen, wie eine Minderheit illegal bewaffneter Personen gemeinsam die Bevölkerung von Trinidad und Tobago einschüchtert», sagte Premierministerin Kamla Persad-Bissessar.

Nach Regierungsangaben planten Inhaftierte mit Hilfe von eingeschmuggelten Handys und externen Komplizen gezielte Angriffe auf hochrangige Polizeioffiziere, Richter und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft. «Diese Aktivitäten sind kein Einzelfall, sondern Teil einer strukturierten Kampagne, an der mehrere kriminelle Vereinigungen beteiligt sind», hieß es.

Die Maßnahme soll Sicherheitsbehörden erweiterte Befugnisse zur Festnahme und Verlegung von Gefangenen geben, um Kommando-Strukturen in Haftanstalten zu zerschlagen. Eine landesweite nächtliche Ausgangssperre sei derzeit nicht vorgesehen.

Das für seinen farbenfrohen Karneval bekannte Trinidad und Tobago hat eine der höchsten Mordraten der Welt - 2024 wurden zum zweiten Mal binnen drei Jahren mehr als 600 Morde in einem Jahr registriert. Der Staat, der vor allem aus den zwei Hauptinseln Trinidad und Tobago besteht, hat etwa 1,5 Millionen Einwohner.


Bildnachweis: © Gao Xing/Zuma Press/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Polizei schießt am Frankfurter Hauptbahnhof auf Mann
Aus der Welt

Passanten hören Schüsse, ein Mann liegt verletzt am Boden. Am Abend teilt das Landeskriminalamt Hessen mit: Der Angeschossene hatte zuvor einen Polizisten mit einem spitzen Gegenstand verletzt.

weiterlesen...
Hitzealarm im Westen – Wetterdienst ruft zur Vorsicht auf
Aus der Welt

Am Donnerstag war es bereits heiß, der Freitag legt noch eine Schippe drauf. Wo es wie warm wird - und für wen das besonders kritisch ist.

weiterlesen...
Hitze und Fußball führen zu Stromausfall in Rüsselsheim
Aus der Welt

Fernseher laufen wegen der WM-Übertragung, Ventilatoren und Klimaanlagen wegen der Hitze. In Rüsselsheim ging deswegen bei vielen Menschen das Licht aus.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mordvorwürfe: Klinik-Arzt vor Gericht
Aus der Welt

Der Verdacht wiegt schwer: Hat ein Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover Patienten gegen deren Willen mit Medikamenten getötet - oder es in einem Fall versucht?

weiterlesen...
Vorbild Coldplay: Mega-Events können Klimaschutz fördern
Aus der Welt

Forscher sehen in den Zuschauerreisen den Hauptfaktor für CO₂-Emissionen bei Mega-Events. Sie liefern Klimaschutzideen für die Reisen und die Events - unter anderem inspiriert von der Band Coldplay.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mordvorwürfe: Klinik-Arzt vor Gericht
Aus der Welt

Der Verdacht wiegt schwer: Hat ein Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover Patienten gegen deren Willen mit Medikamenten getötet - oder es in einem Fall versucht?

weiterlesen...
Vorbild Coldplay: Mega-Events können Klimaschutz fördern
Aus der Welt

Forscher sehen in den Zuschauerreisen den Hauptfaktor für CO₂-Emissionen bei Mega-Events. Sie liefern Klimaschutzideen für die Reisen und die Events - unter anderem inspiriert von der Band Coldplay.

weiterlesen...