Als Zyklon der zweithöchsten Kategorie 4 ist der Tropensturm «Narelle» an der Nordküste von Queensland auf Land getroffen und hat in der abgelegenen Region teils schwere Verwüstungen angerichtet. Der Sturm erreichte die Küste am Morgen (Ortszeit) zwischen Lockhart River und Coen auf der Kap-York-Halbinsel. Am Donnerstag hatte sich «Narelle» über dem Meer auf die höchste Kategorie 5 mit Böen von mehr als 300 Kilometern pro Stunde verstärkt - und bei den Behörden und der Bevölkerung große Sorgen ausgelöst. Zwar fegte der Zyklon nun leicht abgeschwächt über die Halbinsel, aber die Böen erreichten immer noch bis zu 270 km/h. Die Polizei ging teilweise von Tür zu Tür, um Anwohner zu warnen. Augenzeugen berichteten dem Sender ABC von umgestürzten Bäumen, abgedeckten Dächern und ersten Stromausfällen. «Wiegen Sie sich nicht in falscher Sicherheit, wenn das Auge des Sturms über Sie hinweggezogen ist», sagte Chris Stream, Katastrophenschutzkoordinator des Bundesstaates Queensland. Er warnte vor «anhaltender Lebensgefahr». Todesopfer wurden aber zunächst nicht gemeldet. Die Behörden hatten vorsorglich Schulen geschlossen, Einsatzkräfte verstärkt und Bewohner in besonders gefährdeten Gebieten zur Evakuierung oder zum Aufsuchen sicherer Unterkünfte aufgerufen. Besonders gefährlich sind neben den extremen Winden die massiven Niederschläge. Die Behörden befürchten teils schwere Überschwemmungen. Auch weit entfernte Küstenabschnitte spürten derweil die Auswirkungen. In der bei Touristen aus aller Welt beliebten Küstenstadt Cairns, rund 600 Kilometer südlich des Sturmzentrums, sorgten Sturmfluten für schwere Brandung und Erosion. Strände wurden Berichten zufolge teilweise weggespült, Straßen standen unter Wasser. Während sich «Narelle» über Queensland langsam abschwächt und mittlerweile als Sturm der Kategorie 3 geführt wird, richtet sich der Blick bereits auf das angrenzende Northern Territory. Dort könnte der Zyklon ab Samstag erneut an Stärke gewinnen und als Sturm der Kategorien 3 bis 4 auf Land treffen. Für die weltberühmte Region Katherine wurde bereits eine schwere Hochwasserwarnung ausgegeben. Erst vor zwei Wochen gab es dort schwere Überschwemmungen, Hunderte Menschen mussten dabei in Sicherheit gebracht werden. Die Böden sind gesättigt und können kaum noch weitere Niederschläge aufnehmen. In dem Ort wird ein Feldlazarett mit erfahrenem medizinischem Personal eingerichtet, um das örtliche Krankenhaus zu entlasten. «Die Menschen hier haben schon viel durchgemacht und werden noch viel mehr durchmachen müssen», sagte Len Notaras vom australischen Nationalen Zentrum für Intensivmedizin. Das Northern Territory ist ein Traumziel für Reisende aus aller Welt. Katherine liegt in der Nähe des spektakulären Nitmiluk-Nationalparks mit den faszinierenden Schluchten von Katherine Gorge, die über Millionen von Jahren vom Katherine River geschaffen wurden.«Anhaltende Lebensgefahr»
Sturm zieht Richtung Northern Territory
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Zyklon «Narelle» wütet im Nordosten von Australien
Sturmfluten, abgedeckte Dächer und Stromausfälle: Der Tropensturm hat die Region im Griff. Auch beliebte Strände bei Cairns sind betroffen. Jetzt bereitet sich das Northern Territory vor.
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